Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Spielzeiteröffnung 2017/18: OPENHAUS

 

Strategien für eine MIgrantpolitische Gesellschaft

Mit OPENHAUS–STRATEGIEN FÜR EINE MIGRANTPOLITISCHE GESELLSCHAFT eröffnet Kampnagel die neue Spielzeit. Mit Performances, Dauerinstallationen, Clubformaten und großen Tanzprojekten zeigen die eingeladenen Akteur*innen neue Perspektiven auf die Gegenwart im »Zeitalter der Migration«: Glaubt man dem Soziologen Thomas Nail (»The figure of the migrant«) sind zunehmende Migration, Zirkulation und Bewegung nicht die Ausnahme unserer Zeit, sondern ihr Normalfall. In einem kapitalistischen System, das alles und jeden, Waren wie Menschen (als Tourist*innen, Jobnomad*innen, Arbeitsmigrant*innen oder Flüchtende) in Bewegung versetzt, sind wir alle Migrant*innen. Damit soll der fundamentale Unterschied zwischen Kriegsflüchtlingen und Urlaubsreisenden nicht verschleiert werden – vielmehr wird sichtbar, dass es systemimmanente Macht- und Klassenunterschiede sind, die einer westlichen Minderheit Status und Privilegien zusichern und andere oft benachteiligen und entrechten. In der Aufrechterhaltung des Mythos, dass sich Kultur und Identität über nationalstaatliches Territorium definieren würden (Stichwort »deutsche Leitkultur«), wird Kultur außerdem als feststehende, konservierungswürdige Einheit missverstanden. Kampnagel sagt NEIN zum musealen Charakter von Kulturinstitutionen, die zu hinterfragende Erzählungen von nationaler Identität und kulturellem Erbe ständig fortschreiben – und damit Migrant*innen immer wieder neu zu »gescheiterten Bürger*innen« erklären. In diesem Sinne sind wir lieber OPENHAUS als Opernhaus! Zur Spielzeiteröffnung laden wir transnational arbeitende Künstler*innen und Theoretiker*innen ein, darunter zahlreiche Aktivist*innen und Kunstschaffende im europäischen Exil, ihre eigenen hybriden Identitäten zum Thema zu machen. Die Akteur*innen finden ihre Sprache in der Verschränkung vermeintlich gegensätzlicher kultureller Ausdrucksformen. Dabei geht es um Strategien für eine friedliche Koexistenz, das Aufbrechen kultureller Verpanzerungen, Aneignung von unten und Selbstermächtigung.

Gefördert von Rudolf Augstein Stiftung. Im Rahmen von Imagine 2020 I Art and Climate Change, gefördert von der Europäischen Union / Europa fördert Kultur.

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Das Programm

Donnerstag, 05.10.2017

Freitag, 06.10.2017

Samstag, 07.10.2017

Sonntag, 08.10.2017

Mittwoch, 11.10.2017

Donnerstag, 12.10.2017

Freitag, 13.10.2017

Samstag, 14.10.2017

Sonntag, 15.10.2017

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