Menschen vor dem Kampnagel-Hauptgebäude, an dessen Fassade ein großes schwarzes k in eckigen Klammern auf gelbem Hintergrund sowie ein paar blutunterlaufende Emoji-Augen hängen.
© Sinje Hasheider
Menschen vor dem Kampnagel-Hauptgebäude, an dessen Fassade ein großes schwarzes k in eckigen Klammern auf gelbem Hintergrund sowie ein paar blutunterlaufende Emoji-Augen hängen.

Schöne Übersicht

Das Kampnagelprogramm neu entdecken

Spielzeiteröffnung 22/23

Liebes Publikum,

wow, 40 Jahre Kampnagel, 40 Jahre Zeitgeist. Ein Grund zum Feiern. Aber der Zeitgeist steckt aktuell im Krisenmodus fest: Veranstalter*innen in der Krise, Künstler*innen in der Krise, Publikum in der Krise. Kriege, Corona-Pandemie, Klimaapokalypse. Keine Gründe zum Feiern. Oder wir erheben die Feierei zur antizyklischen Kunst-Maßnahme. Die Kunst des Gastgebens. Die Kunst der Kunst. Die Kunst des Zusammenseins. Die Kunst der Analyse des Zeitgeistes. Die Kunst der Transformation. Die Kunst der Verzauberung und die Kunst des Erinnerns. Und die Kunst der Visionen für eine bessere Welt. So gesehen also doch gut, dass das 40-jährige Kampnagel-Jubiläum uns und Sie herausfordert, Gründe zum gemeinsamen Feiern zu produzieren. Um uns alle nicht überzustrapazieren, haben wir die Festlichkeiten auf drei Wochen gestreckt – jede Woche kombiniert Internationales, Lokales, Glokales, Unterhaltsames und Herausforderndes in Form von Theater, Tanz, digitalen Experimenten, Performances und Vorträgen.

Gleich in der ersten Woche beginnen wir mit einem bombastischen Programm: Auf der großen Bühne beginnen wir mit THE SACRIFICE, Dada Masilos fulminanter Neuinterpretation eines Ballettklassikers. Eine Gala der Zukunft arrangiert Mable Preach, die seit ihrer Jugend künstlerisch mit dem Haus verwachsen ist. In ihrer INAUGURATION GALA übernimmt Mable künftig die Leitung des Hauses. Was für eine schöne Zukunftsvision. Aber leider »The Future is Unwritten« – das ist nicht nur der Titel eines Dokumentarfilmes über Joe Strummer (The Clash), das ist auch unser Motto der Feierlichkeiten. Wie im gleichnamigen Film, der den Werdegang des Sängers vom Hausbesetzer zum Protestsänger und Musiker, seine Konzerte, aber auch seine Krisen nachzeichnet, erinnern wir uns gemeinsam an Vergangenes, spüren dem aktuellen Zeitgeist nach und wagen den Blick in die Zukunft. Die Zukunft suchen wir nicht im Kaffeesatz, sondern in der anstehenden Generalsanierung des gesamten Kampnagel-Geländes. Die wird von den französischen Architekten und aktuellen Pritzker-Preisträger*innen Lacaton & Vassal geplant, die bekannt für ihre vorsichtigen und nachhaltigen Transformationen von alten Architekturen in zukünftige Nutzungen sind.

Aber keine Sorge – auch rundum saniert, bleibt Kampnagel in den nächsten 40 Jahren ein Garant für Widerständigkeit, ein Ort für Sub- und Hochkultur und für jede Menge Unerwartetes!

Also: Let's celebrate 40 years of Zeitgeist!
Ihre Amelie Deuflhard

Digitale Projekte

K Tunes in der Spielzeit 22/23

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