Viele Menschen im Foyer von Kampnagel. Es sind Bierbänke aufgebaut.
© Fabian Hammerl
Viele Menschen im Foyer von Kampnagel. Es sind Bierbänke aufgebaut.

DAS INTERNATIONALE SOMMERFESTIVAL 2026 AUF KAMPNAGEL

Drei Wochen internationale Kunst, radikale Hoffnung und der Aufbruch in eine neue Ära

Mit einem kraftvollen Finale ist das Internationale Sommerfestival 2026 auf Kampnagel am gestrigen Sonntag zu Ende gegangen. Unter dem Motto »hope!« versammelte das Festival vom 5. bis 23. August internationale Positionen aus Tanz, Theater, Performance, Musik, Bildender Kunst, Film und Diskurs – und machte Hoffnung nicht zum Versprechen, sondern zur künstlerischen Praxis.

Mit über 50 Produktionen, mehr als 30 Konzerten und Partys sowie einem umfangreichen kostenfreien Programm auf Kampnagel und an zahlreichen Spielorten in Hamburg bestätigte das Internationale Sommerfestival einmal mehr seinen Rang als eines der bedeutendsten Festivals für zeitgenössische Kunst in Europa.

Den Auftakt setzte Ayelen Parolins IRRESISTIBLE REVOLUTION, eine choreografische Feier kollektiver Bewegung zwischen Karneval und Protest. In TRAPICANA von Joana Tischkau, Jeremy Nedd, Sophie Yukiko und der Malpaso Dance Company trafen Tanz, Trap und touristische Klischees aufeinander, während (LA)HORDE und das Ballet national de Marseille mit APRÈS MOI, LE DÉLUGE nach Bildern einer Zukunft jenseits des gesellschaftlichen Kollapses suchten. Zu den weiteren Höhepunkten zählten Susie Wangs BURNT TOAST, Ania Nowaks FUTURE TONGUEXXX, Eszter Salamons Hommage an die Avantgardistin Valeska Gert sowieVimala Pons' virtuose Soloarbeit HONDA ROMANCE.

Mit Nan Goldins legendärer Diashow THE BALLAD OF SEXUAL DEPENDENCY in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle, Performances auf der Kunstmeile sowie Veranstaltungen im MARKK, am Mahnmal St. Nikolai, im Alabama Kino, in der St. Gertrud Kirche und auf der MS Stubnitz weitete das Festival seinen Radius auf die gesamte Stadt aus. Den Abschluss bildete die Uraufführung von Christoph Marthalers ERSTE LETZTE SEKUNDE – EINE GALA, bevor die Hamburger Band FaUSt mit FAUST PLAYS ›FAUST IV‹ den musikalischen Schlusspunkt setzte.

»Hoffnung ist kein Rückzug aus der Realität, sondern eine Entscheidung, in der Gegenwart aktiv zu werden und die Zukunft nicht aufzugeben. Die Künstler*innen dieses Festivals haben gezeigt, dass radikale Kunst Räume öffnen kann – auch dort, wo die Gegenwart aussichtslos erscheint«, so Festivalleiter András Siebold

Kunst als Möglichkeitsraum
Das Sommerfestival 2026 verstand Hoffnung nicht als Optimismus, sondern als widerständige Praxis. Die eingeladenen Künstler*innen machten gesellschaftliche Konflikte sichtbar, ohne sich mit ihnen abzufinden. Ihre Arbeiten eröffneten Räume für neue Perspektiven – auf Erinnerung und Zukunft, auf Gemeinschaft und Widerstand, auf das, was Kunst in einer Zeit globaler Krisen leisten kann.

Positive Bilanz
Mit 43.511 Besucher*innen bestätigte das Internationale Sommerfestival 2026 seine internationale Strahlkraft. In die Gesamtzahl fließen neben den Vorstellungen auf Kampnagel auch der Museumsparcours, die Außenspielstätten sowie die zahlreichen frei zugänglichen Angebote auf dem Festivalgelände und im Stadtraum ein.

Besonders erfreulich entwickelte sich erneut der Kartenverkauf: Mit rund 26.298 verkauften Tickets erzielte das Festival eine weitere Steigerung gegenüber dem Vorjahr (22.998 Tickets). Der Großteil der Vorstellungen war ausverkauft oder nahezu vollständig ausgelastet, zahlreiche Veranstaltungen verzeichneten Wartelisten.

Gleichzeitig blieb das Sommerfestival seinem Anspruch treu, Kunst für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. 13.922 Besucher*innen nutzten die kostenfreien Konzerte, Performances, Installationen, Lesungen und Partys. So wurde Kampnagel für drei Wochen erneut zu einem offenen Treffpunkt der Stadt – an dem internationale Spitzenkunst, gesellschaftliche Debatten und urbanes Leben selbstverständlich zusammenfanden.

Mit dem Ende des Festivals beginnt zugleich ein neues Kapitel für Kampnagel: Direkt im Anschluss startet die umfassende Sanierung des Geländes bei laufendem Betrieb. Das Internationale Sommerfestival 2026 markiert damit nicht nur das Ende eines besonderes Festivaljahrgangs, sondern den Auftakt einer Transformation, die Kampnagel als Ort internationaler Kunstproduktion langfristig stärken wird.

PRESSEBILDER

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Eine Frau mit langen, rötlich-braunen Haaren und blau-grauen Augen blickt direkt in die Kamera und trägt einen blauen Pullover.