

EINE BANKETT-PERFORMANCE ÜBER ABSCHIED, ERINNERUNG UND SOLIDARITÄT
MEXA präsentiert »The Last Supper« auf Kampnagel
Die brasilianische Performance-Gruppe MEXA, die seit ihrer Gründung 2015 für radikale und zugleich zutiefst menschliche Theaterformen bekannt ist, bringt vom 2. bis 4.10. ein außergewöhnliches Kunstwerk auf die Bühne der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel. In THE LAST SUPPER verwandelt das Kollektiv das ikonische Bild des letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci in ein kollektives Ritual, das nicht nur die Zuschauer*innen als passive Gäste einlädt, sondern sie zu aktiven Teilnehmer*innen eines Banketts macht. Dabei werden Essen, Geschichten, Erinnerungen und politische Fragen miteinander verflochten, sodass ein Erfahrungsraum entsteht, der über die Grenzen traditioneller Theaterästhetik hinausgeht.
»Mit THE LAST SUPPER laden wir ein, Platz zu nehmen – nicht nur am Tisch, sondern auch in den Geschichten, die sonst nicht gehört werden. Es ist ein Abend über Erinnerung, Solidarität und das Recht, sichtbar zu sein – besonders für jene, die oft ausgegrenzt werden.«
— MEXA
Gegründet 2015 in São Paulo, reagierte MEXA auf geschlechtsspezifische Gewalt in Unterkünften für wohnungslose Menschen. Seither arbeitet das Kollektiv aus der Casa do Povo, einem jüdisch-revolutionären Kulturzentrum, an Performances, die politische Dringlichkeit mit poetischer Ausdruckskraft verbinden. THE LAST SUPPER verdichtet diese Praxis: Es erzählt von Verlust, Gewalt, Überleben und kollektiver Verantwortung, verwebt intime Biografien mit gesellschaftlich relevanten Fragen und inszeniert das Theater als Raum der Solidarität, der Empathie und des Widerstands.
Sinnbild für Solidarität in Zeiten von Verlust
Das Setting ist dabei ebenso einfach wie überwältigend: Ein Tisch, an dem die Performer*innen und das Publikum gemeinsam Platz nehmen. Essen und Trinken werden geteilt, während Stimmen aus unterschiedlichen Biografien zu Wort kommen. Geschichten von Verlust, Gewalt, Solidarität und Überleben werden verknüpft mit religiösen Motiven und der Frage, wie Erinnerungen an Menschen bewahrt werden können, die nicht mehr selbst sprechen können. Die Performance entfaltet sich nicht nur auf einer inhaltlichen Ebene, sondern auch sinnlich und körperlich: Gerüche, Geschmäcker, Geräusche und visuelle Projektionen prägen die Atmosphäre, während Stroboskoplicht, Live-Kameras und musikalische Elemente den Abend zu einem vielschichtigen Gesamterlebnis machen.
THE LAST SUPPER versteht sich als eine Auseinandersetzung mit den Bedingungen des Erinnerns und der Verantwortung für die Geschichten marginalisierter Gemeinschaften. Es geht um mehr als um das reine Reenactment einer biblischen Szene: Das letzte Abendmahl wird zum Sinnbild für Solidarität in Zeiten von Verlust, für gemeinsames Widerstehen angesichts von Gewalt und Ausgrenzung.
Persönliche Biografien, kollektives Erleben und politische Ästhetik
Mit THE LAST SUPPER beweist MEXA einmal mehr, dass Kunst ein Ort sein kann, an dem kollektive Wunden und Erinnerungen geteilt, verarbeitet und transformiert werden. Die Performance ist eine Einladung, sich auf eine gemeinsame Reise einzulassen – eine Reise, die im Essen beginnt und im Erzählen von Geschichten weitergeht. Indem das Kollektiv die sakrale Ikonografie des letzten Abendmahls mit den realen Erfahrungen von Armut, Gewalt und Widerstand verbindet, entsteht ein radikaler und zugleich zutiefst berührender Abend, der weit über die Theaterbühne hinausweist.
So wird das Publikum Zeuge eines Rituals, das keine einfachen Antworten gibt, sondern Fragen stellt: Wie erinnern wir die, die nicht mehr da sind? Welche Verantwortung tragen wir für Geschichten, die verdrängt oder zum Schweigen gebracht werden? Und wie können Solidarität und Gemeinschaft aussehen in einer Welt, die von Ungleichheit, Gewalt und Ausgrenzung geprägt ist? THE LAST SUPPER von MEXA antwortet darauf mit einer künstlerischen Geste der Offenheit, des Miteinanders und des Widerstands.
MEXA
THE LAST SUPPER
02. – 04.10., 19:30, Ort: k2
Pressefotos stehen hier zum Download bereit.
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