Emma Frankland, ein*e Performer*in mit braunen Haaren steht mit einer E-Gitarre und rockigem Gesichtsausdruck vor einem Vorhang. Im Hintergrund ist Rauch zu sehen, während im Vordergrund ein Kronleuchter ist.
© Matt Crockett
Emma Frankland, ein*e Performer*in mit braunen Haaren steht mit einer E-Gitarre und rockigem Gesichtsausdruck vor einem Vorhang. Im Hintergrund ist Rauch zu sehen, während im Vordergrund ein Kronleuchter ist.
Pressemitteilung

FESTIVAL ZU TRANS*SICHTBARKEIT AUF KAMPNAGEL

Liminalities meets Transtronica

Vom 23.04. bis 26.04. findet das internationale und interdisziplinäre Performancefestival zu trans* Sichtbarkeit LIMINALITIES auf Kampnagel statt. Zum zweiten Mal präsentiert Kampnagel ein kuratiertes Programm aus Performance, Theater und Bildender Kunst - zu trans* Leben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

In einer Zeit, in der trans* Menschen weltweit verstärkt Ziel politischer Angriffe werden, versteht das Festival den Schutz queerer Rechte als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es bietet eine Plattform für die Präsentation und Vernetzung queerer Künstler*innen – zugleich setzt das Programm auf künstlerische Vielfalt – von Performance und Installation bis hin zu Clubkultur – und spricht so ein breites Hamburger Publikum an.

Politische Relevanz
Weltweit erstarken Nationalismus und Autokratien, die ein starres Weltbild erzwingen wollen. Trans* Menschen stehen im Zentrum dieser Angriffe - weil sie an sich selbst zeigen, dass gesellschaftliche Normen nicht »naturgegeben«, Selbstbestimmung möglich und Leben frei gestaltbar sind. Damit erschüttern sie das Fundament autoritärer Ideologien. Ob durch die Stigmatisierung als Sicherheitsrisiko in den USA, das Erstarken der TERF Bewegung in Großbritannien oder die Angriffe auf das Selbstbestimmungsgesetz in Deutschland: trans* Leben wird zunehmend wieder aus der Öffentlichkeit gedrängt oder deren Sichtbarkeit kriminalisiert. Noch nie, so scheint es, war es im 21. Jahrhundert so wichtig, sich laut und sichtbar gegen diese Entwicklungen zu stellen. Es war aber für betroffene Trans*-Personen lange nicht mehr so gefährlich, in der Öffentlichkeit zu stehen.

Das Festival nimmt in seiner zweiten Ausgabe daher Trans*-Sichtbarkeit als zweischneidiges Schwert in den Blick - mit kritischer Kunst und Räumen für Debatte, Vernetzung und gemeinsame Rezeptions-Erfahrung!

Ikone der Performancekunst
Zu den Höhepunkten gehört am Festival-Samstag ein „Work in Progress“-Showing einer brandneuen Arbeit der kanadisch-/US-amerikanischen Performance-Ikone Cassils. INCONTROVERTIBLE BEING stellt Cassils Körper ins Zentrum einer künstlerischen Verhandlung über queere Sichtbarkeit – als Ursprung von Gewalt und Mittel des Widerstands.

Der trans*Körper im Mittelpunkt
Eröffnet wird das Festival mit HAND JOB von Simone Aughterlony, einer bewegenden Solo-Performance über das Wirken des Außens auf den fragilen Einzelkörper, die Licht- und Schattenseiten von Kontrollverlust und Verfall - symbolisiert durch einen Dialog zwischen nacktem Körper und Material. In BLOOD SHOW arbeitet Ocean Stefan mit Kunstblut als performativem Material und untersucht den gewaltvollen Blick auf den Körper sowie das gesellschaftliche Verlangen nach eindeutig lesbaren Identitäten. Emma Frankland nimmt in NO APOLOGIES die Spekulationen über Kurt Cobains trans* Identität für bare Münze – und zelebriert sie in einem ganz eigenen Nirvana-Tribute-Konzert. Der installative Rundgang WALKING WITH STARDUST erinnert an die afroamerikanische Transkünstlerin, Aktivistin und bis heute weitgehend übersehene Ikone der Hamburger Kulturgeschichte Angie Stardust.

Trans*Sichtbarkeit in Clubkultur
Zudem kooperiert LIMINALITIES erneut mit dem elektronischen Musik-Festival TRANSTRONICA: Die Hamburger Kuratorin Saeleen Bouvar präsentiert erneut ein hochkarätiges all trans* Line-up und eröffnet 2 Nächte lang einen Raum der kollekiven Feier und Erinnerung – insbesondere an das historische Wirken von trans*Frauen of Colour auf die Entwicklung der Clubkultur.

Filmischer Abschluss
Unter dem Titel LIMINALITIES ALLIES & FRIENDS kommen zum Abschluss des Festivals Beth Stephens & Annie Sprinkle nach Hamburg, um ihren Film PLAYING WITH FIRE – AN ECOSEXUAL EMERGENCY im Alabama Kino zu zeigen. Mit Humor und Ökologie verbindet der Film die Klimakrise mit sozialer Ungerechtigkeit. Sein »ecosexueller« Ansatz entwirft eine Ethik der Fürsorge, die trans* und genderqueeren Körpern Raum gibt.

Interviewmöglichkeiten
Als Kuratorin von Transtronica und Expertin für das Wirken von trans*-Personen in der Musikszene steht Saeleen Bouvar für Gespräche bereit. Als künstlerische Leitung von LIMINALITIES kann Lucien Lambertz (Artistic Coordinator & Dramaturgie, Kampnagel) die kuratorischen Hintergründe des Gesamtprogramms beleuchten.

Kontakt für Rückfragen und Akkreditierung:

Eine Frau mit langen, rötlich-braunen Haaren und blau-grauen Augen blickt direkt in die Kamera und trägt einen blauen Pullover.