

HAMBURGER PREMIERENTAGE MIT INKLUSIVEM ANSPRUCH
Suche nach Formen der Verbundenheit
Auf Kampnagel finden im Zeitraum vom 20. bis 23. Mai drei Premieren von Hamburger Kollektiven statt: FURY von SKART & Masters of the Universe, THE UPRISING von Monique Smith-McDowell und ES IST NICHT LEICHT, ES IST NICHT LEICHT, ES IST NICHT LEICHT von [in]operabilities.
Produktionen mit Audiodeskription
Die Ansätze könnten unterschiedlicher nicht sein – dennoch begegnen sich die Arbeiten in ihrem Anliegen, Zugänge zu schaffen, Hierarchien auch auf ästhetischer Ebene auf den Kopf zu stellen, Konventionen der Bühnenkunst herauszufordern, Performance politisch zu denken und nach neuen, echten Formen der Verbundenheit zu suchen. Alle drei Produktionen haben den Anspruch, Barrieren abzubauen und ein gemeinsames Erlebnis für ein möglichst diverses Publikum zu schaffen. So nutzen beispielsweiße alle drei Produktionen Audiodeskription, das insbesondere blinden und sehbehinderten Menschen den Zugang erleichtern soll. Einige Stücke machen Audiodeskription jedoch zum festen künstlerischen Bestandteil für alle Zuschauer*innen und damit zum zentralen erzählerischen Element. Die drei Produktionen geben somit auch einen guten Einblick in verschiedene künstlerische Formen der Audiodeskription.
Neue Opernerfahrung
Das Musiktheater ES IST NICHT LEICHT (…) nutzt Klang, Vibration, gesungene Audiodeskription und auch Gebärdensprachpoesie für eine völlig neue, sinnliche Opernerfahrung. Durch die verschiedenen Elemente entstehen neue Formen des Musizierens, die ausloten, was Oper alles sein kann. Inspiriert ist das Stück von Beethovens großer Befreiungsoper »Fidelio«. Gestärkt vom utopischen Pathos des spätertaubten Komponisten entwickeln die Künstler*innen nach den vergangenen Projekten A SINGTHING, DIE INSEL und DIE WELLEN wieder eine gemeinsame musikalische Praxis, die unterschiedliche Wahrnehmungsstile verbindet und adressiert. Das Stück wird vom 21.05. bis 23.05. gezeigt.
Widerständige Tanzerfahrung
Die Tanztheaterproduktion THE UPRISING verwandelt die Bühne in einen Ort des Aufbegehrens, des Aktivismus' und des kollektiven Widerstands. Das Team von FLINTA-Künstler*innen setzt sich mit der Bewertung, Diskriminierung und Ausgrenzung der eigenen Körper auseinander und stellt patriarchale Strukturen sowie den männlichen Blick infrage. Das Stück dekonstruiert, wer gesehen wird, wer entscheidet und wer zum Schweigen gebracht wird, und besteht auf Sichtbarkeit zu den eigenen Bedingungen. Entwickelt mit künstlerischer Audiodeskription wird Monique Smith-McDowells neue Produktion von und für weibliche, Schwarze, queere und behinderte Perspektiven geschaffen und führt ihre Praxis fort, marginalisierte Körper ins Zentrum zu stellen. Das Stück wird vom 20.05. bis 23.05. gezeigt
Ermächtigung durch Streiten
Mit der Performance FURY untersucht das altersgemischte Hamburger Performancekollektiv SKART & Masters of the Universe das körperlich-konstruktive Potential des Tabuthemas Streit. Erneut in kongenialer Zusammenarbeit mit Mitgliedern des inklusiven Ensembles Meine Damen und Herren, und gemeinsam mit Schüler*innen der Stadtteilschule Eidelstedt, Bewohner*innen des Altenheims Epiphanienhaus Winterhude, Gob Squad’s Sarah Thom und dem Hamburger Performance-Multitool Günter Reznicek begegnen sie sozialen und generationenübergreifenden Auseinandersetzungen auf sinnliche Weise und übertragen gesellschaftliche Spannungen und psychische Ausnahmezustände in irrwitzige Rituale und spielerische Performancemomente. Das Stück wird vom 20.05. bis 23.05. gezeigt – am 21.05. mit Audiodeskription.
FURY
SKART MASTERS OF THE UNIVERSE
20. – 23.05., Ort: k1
THE UPRISING
MONIQUE SMITH-MCDOWELL
20. – 23.05., Ort: p1
[IN]OPERABILITIES
ES IST NICHT LEICHT (…)
21. – 23.05., Ort: k2