

VON KOLONIALEN KONTINUITÄTEN & GEGENWEHR
Ein Abend für Bewegungsfreiheit
Mit einer gemeinsamen Veranstaltung unter dem Titel »Koloniale Kontinuitäten – Der Kampf um Bewegungsfreiheit im Spiegel der Zeit« am 16. Januar auf Kampnagel setzen die Hilfsorganisation medico international, der Verein de:criminalize und die Kulturfabrik Kampnagel ein Zeichen gegen die zunehmende Entrechtung geflüchteter Menschen. Mit Performances, Musik und Redebeiträgen machen die Initiator*innen auf den Fonds für Bewegungsfreiheit aufmerksam, der geflüchtete Menschen unterstützt, die unrechtmäßig inhaftiert sind und sich juristisch verteidigen müssen. Ziel der Veranstaltung ist es, solidarische Öffentlichkeit zu schaffen und Spenden für den Fonds zu mobilisieren.
Der Fonds, gegründet von medico international und de:criminalize, reagiert auf einen besorgniserregenden Zustand: Immer mehr Schutzsuchende werden an Europas Außengrenzen verhaftet, kriminalisiert und vor Gericht gestellt. Die Suche nach Sicherheit, Frieden und einem neuen Anfang wird heute im Zuge des Erstarkens rechter Kräfte zum Verbrechen. Die gegenseitige Hilfe unter Menschen auf der Flucht wird staatlich verfolgt. Nicht selten endet dies in mehrjährigen Haftstrafen. Der Fond unterstützt Betroffene von dieser staatlich gesteuerten Praxis bei juristischen Angelegenheiten.
Mit Redebeiträgen, Performances und Musik wird ein Raum geschaffen, in dem jene Stimmen zu Wort kommen, die in der öffentlichen Debatte selten gehört werden. Mitwirkende des Abends sind unter anderem: die Autorin und Journalistin Şeyda Kurt, Politikwissenschaftlerin Prof. Nikita Dhawan, Wissenschaftlerin Dr. Céline Barry, Aktivist David Yambio, Dichter und Sänger Mustafa Ahmed, de:criminalize, Geschäftsführer von medico international Tsafrir Cohen, Dramaturg*in Alina Buchberger sowie die zwei Referent:innen für Flucht und Migration bei medico international Valeria Hänsel und Kerem Schamberger.
Sichtbarkeit für Schicksale Schutzsuchender
Tausende sitzen an den europäischen Grenzen in Haft – oftmals ohne rechtsstaatliche Grundlage. Die Praxis kriminalisiert dabei nicht nur Flucht, sondern gezielt Solidarität, indem Menschen, die sich gegenseitig unterstützen als »Schleuser« gebrandmarkt werden. Der Fonds für Bewegungsfreiheit unterstützt beschuldigte Geflüchtete, stärkt ihre juristische Verteidigung und macht ihre Geschichten sichtbar. Die Veranstaltung am 16. Januar auf Kampnagel bringt ihre Stimmen, Kämpfe und Perspektiven auf die Bühne: Aktivist*innen, die die Mauern Europas überwunden haben und heute für Bewegungsfreiheit streiten; Wissenschaftler*inneninnen und Journalist*innen, die koloniale Kontinuitäten und strukturelle Gewalt analysieren; und solidarische Unterstützer*innen, die sich gegen die gesellschaftliche Rechtsverschiebung engagieren.
Koloniale Kontinuitäten
Die Veranstaltung wird durch drei thematische Blöcke geteilt sein: Koloniale Kontinuitäten, Die EU-Außengrenze – Kriminalisierung von Geflüchteten als »Schleuser«, Die Grenzen im Inneren – ein Blick auf Deutschland. Die Reden der verschiedenen Gäste werden durch Musik und Performances unterbrochen und begleitet. Themenfokus bilden die Grenzen, die nicht nur mit Zäunen und Überwachungstechnologie befestigt werden, sondern auch durch politische und juristische Strukturen, die Menschen aus dem Globalen Süden systematisch ausschließen. Die Toten an Europas Außengrenzen, die illegalen Pushbacks und die hohe Zahl von Geflüchteten in europäischen Gefängnissen zeugen von dem kolonialen Erbe. Während grenzüberschreitende Mobilität für wirtschaftlich privilegierte Gruppen selbstverständlich ist, bleibt das Recht auf Bewegungsfreiheit für die meisten Menschen ein unerreichbares Privileg.
MEDICO INTERNATIONAL
KOLONIALE KONTINUITÄTEN
DER KAMPF UM BEWEGUNGSFREIHEIT IM SPIEGEL DER ZEIT
16.01., 19:00 Uhr, Ort: k2
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