2 Ausstellung allgemein Matāhah 2025 Video still Credits Qusay Awad
© Qusay Awad
2 Ausstellung allgemein Matāhah 2025 Video still Credits Qusay Awad
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Investigative Arts
Ausstellung

Art as Counter-Archive: Documenting Violence in the Era of Post-Truth Politics

Tickets:

Eintritt frei

Info

Triggerwarnung: Thematisierung von kolonialer, physischer Gewalt und anti-Schwarzem Rassismus

Vergangene Termine

Archiv

Donnerstag

25.09.25

18:00

Archiv

Freitag

26.09.25

16:00

Archiv

Samstag

27.09.25

14:30

Zeitgenössische Kunstpraxis nutzt, kritisiert, und reinterpretiert unsere Archive der Gegenwart. Immer öfter werden Künstler:innen selbst zu Archivar:innen und schaffen mit ihren Werken Gegenarchive. Die Ausstellung gibt Künstler:innen Raum, die ihre Arbeiten als Beitrag zur Dokumentation, Untersuchung und Sammlung von Erinnerungen an und materiellen Zeugnissen von Gewalt und Trauma sehen. Die ausgestellten Werke verorten Erinnerungen im Rahmen eines von Machtverhältnissen geprägten zeitbasierten Wissens und veranschaulichen, wie Kulturtechniken wie Sound, Architektur, Fotografie und Bildhauerei zu Speichern und Stimmen eines Gedenkens an und Sprechens gegen vergangenes Unrecht werden.

Ausstellungsrundgänge

26.09.25 16:00-17:00 Uhr Ausstellungsrundgang mit der Kuratorin Lisa Deml
27.09.25 15:00-16:00 Uhr Ausstellungsrundgang mit Anna Norpoth und Felix Fuhg vom Programm eCommemoration der Körber-Stiftung

Unter Anwesenheit beteiligter Künstler*innen erkunden wir gemeinsam die Art as Counter-Archive Ausstellung und sprechen über unterschiedliche Heransgehensweisen und Formen investigativer Kunst. Keine Anmeldung erforderlich.


Forensic Architecture(FA) und Forensis nutzen Techniken der Raumanalyse und digitalen Modellierung, um staatliche und unternehmerische Gewalt, Umweltzerstörung und koloniale Hinterlassenschaften zu untersuchen. In Zusammenarbeit mit den indigenen Ovaherero- und Nama-Gruppen haben die beiden Agenturen eine mehrjährige Untersuchung des Völkermords durchgeführt, der von deutschen Kolonialtruppen in Namibia in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts verübt wurde. Ihre laufenden Forschungen, die diese gewalttätige Geschichte mit aktuellen Fällen staatlicher Gewalt in Deutschland und Palästina in Verbindung bringen, werden in einer Reihe von Filmen, einer Installation und einer Podiumsdiskussion präsentiert.

Qusay Awadist ein in Berlin lebender Architekt und Multimedia-Künstler, der an der Schnittstelle von räumlicher und archivarischer Forschung sowie audiovisueller Praxis arbeitet. In ortsspezifischen Installationen setzt sich Awads künstlerische Praxis mit Themen wie Gewalt und Erinnerung auseinander. Durch das Konstruieren von Gegen-Erinnerungen untersucht er, wie Räume durch ihre Neunarration als Zeug*innen historischer Ereignisse wirken können. Zu seinen künstlerischen Methoden zählen 3D- und Sounddesign, Video, Feldaufnahmen, Performance und Skulptur. Seine Arbeiten wurden unter anderem bei SAVVY Contemporary, dem Maxim Gorki Theater, dem CTM Festival und im B7L9 Art Centre präsentiert.

Pierre Larauza, Mitbegründer der in Belgien ansässigen zeitgenössischen Tanzkompanie t.r.a.n.s.i.t.s.c.a.p.e, ist ein multidisziplinärer Künstler, der an individuellen und kollektiven Projekten arbeitet, die weltweit in den Bereichen darstellende Kunst, bildende Kunst und Architektur aufgeführt oder ausgestellt werden. Seine Installationen und Skulpturen sind tief in der Realität verwurzelt, er bezeichnet sie als „dokumentarische Skulptur”.

Das Medienkunst- und Forschungskollektiv Total View wurde 2024 von dem Künstlertrio Ferdinand Doblhammer, Ulrich Formann und der Futile Corporation gegründet, um neue digitale Methoden zur Untersuchung von staatlicher Repression und kultureller Zwangsassimilation zu entwickeln. Das Kollektiv fungiert als interdisziplinäre Drehscheibe für den Austausch zwischen Künstlern, Journalisten und Forschern. Total View arbeitet mit Institutionen wie der Universität Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien zusammen.

Lighthouse Reportsist ein unabhängiges, gemeinnütziges Investigativ-Medienkollektiv mit Sitz in Europa. Die Organisation arbeitet grenzüberschreitend und kollaborativ mit führenden internationalen Medienhäusern zusammen, um Geschichten ans Licht zu bringen, die oft im Verborgenen bleiben. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Migration, Klima, Korruption, Desinformation, Finanzströme und Überwachungstechnologien.Interdisziplinär arbeitend, verbindet Lighthouse Reports klassische journalistische Recherchemethoden mit Datenjournalismus, Open-Source-Intelligence, forensischen Analysen und visuellen Beweismitteln.

Lisa Deml [sie/ihr] ist eine freischaffende Kuratorin und Autorin mit Sitz in Berlin. Seit März 2025 hat sie gemeinsam mit Marie-Sophie Dorsch die künstlerische Leitung der Halle für Kunst Lüneburg inne.


Anna Norpothist Literaturwissenschaftlerin mit besonderer Expertise zu Materialitäten literarischer Sprache. Felix Fuhg ist Kurator, Museologe und Historiker, interessiert an Popgeschichte und Formaten des Vergangenheitserlebens. Gemeinsam kuratieren sie das Programm eCommemoration der Körber-Stiftung.

Einfarbiger Hintergrund mit Aufschrift "Forensic Architecture"
© Forensic Architecture
3 Ausstellung Pierre Larauza credit Pierra Larauza
© Pierre Larauza
3 Ausstellung Qusay Awad copyright Yara Ktaish
© Qusay Awad, Foto: Yara Ktaish
3 Ausstellung Total view credits Total View
© Total View
Lighthouse Reports
© Lighthouse Reports
Zwei Menschen sitzen auf einer Treppe
© private
Portraitbild von Lisa Deml mit schwarzem Rollkragenpullover.
© Doro Zinn