





Ayelen Parolin
Irresistible Revolution
Ausnahmezustand zur Eröffnung: ein choreografisches Fest inspiriert von der Energie des argentinischen Karnevals.
Mit Ayelen Parolin eröffnet eine Choreographin das Sommerfestival, die eine im zeitgenössischen Tanz seltene Gabe besitzt: Humor. Als »Meisterin der choreografierten Komik« bezeichnete sie etwa The Guardian in einer Kritik über ihren Walzertanzbühnenstreich ZONDER, mit dem sie 2024 beim Sommerfestival die Herzen des Publikums und der Kritik eroberte. Nun entwirft die argentinische Choreografin aus Brüssel eine Hommage an den exzessiven Karneval ihrer Kindheit in Buenos Aires, mit seinen Murga-Marschkapellen und Cumbia-Tänzen. Mit 12 Tänzer*innen, farbenfrohen Kostümen und einem überbordenden Soundtrack choreografiert Parolin einen euphorischen Ausnahmezustand, beflügelt von Lebensfreude, Rausch – und Widerstand. Denn der Karneval ist immer auch ein Tool zur Kritik an gesellschaftlichen Missständen, und das Streben nach Lust und Ekstase meint im Sinne des »Pleasure Activism« nach adrienne maree brown nicht die Ablenkung vom Aktivismus, sondern seinen Kern. Entsprechend unwiderstehlich ist die Revolution dieser großen Choreografin, die zuletzt auch Arbeiten u.a. für das Ballet de Lorraine oder die norwegischen Nationalkompanie Carte Blanche entworfen hat. »Eine choreografische Ode an das Miteinander, die darauf basiert, was wir sind und was wir sein können« (Ayelen Parolin).

