





Investigative Arts: Methods, Research, Approaches
mit Agata Nguyen Chuong, Jean Peters und Lisa Stuckey
Vergangene Termine
26.09.25
20:15
Kann Kunst zur Aufklärung politischer Gewalt beitragen? Diese Frage stellen sich Agata Nguyen Chuong (Advanced Researcher, Forensic Architecture), Jean Peters (Investigativjournalist bei Correctiv und Mitbegründer des Peng! Kollektivs) und Dr. Lisa Stuckey (Kunst- und Kulturwissenschafterin an der Universität für angewandte Kunst Wien) mit dem Journalisten Mohamed Amjahid. Wie können (digitale) Bilder, räumliche Daten, Open-Source-Recherche und visuelle Strategien genutzt werden, um komplexe Gewalttaten, staatliche Vertuschungen oder Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen und öffentlich zugänglich zu machen? Und wie entstehen künstlerische Formate, die nicht illustrieren, sondern intervenieren?
Agata Nguyen Chuong leitet die Forschung von FA zum Völkermord an den Ovaherero und Nama im heutigen Namibia. Ihre Forschung konzentriert sich auf Umwelt- und Kolonialgewalt und die Aufdeckung ihrer bleibenden Spuren. Agata interessiert sich für die Entwicklung räumlicher und visueller Methoden zur Rekonstruktion historischer Umgebungen zur Unterstützung indigener Landansprüche und Interessenvertretung. Sie kam 2021 zu FA, nachdem sie einen Master in Architektur am Royal College of Art abgeschlossen hatte.
Jean Petersist ein deutscher Journalist, Autor und Aktionskünstler. Er wurde vor allem als Gründungsmitglied des Peng Kollektivs und durch seine Arbeit bei Correctiv bekannt, vor allem die von ihm geleitete Recherche zum Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam 2023. Peters gewann Preise sowohl für politisches Engagement, im Theaterbereich als auch im Journalismus, u. a. den Aachener Friedenspreis, den Carlo Schmidt Preis, den Dramatikerpreis und den Leuchtturm-Preis für investigativen Journalismus.
Dr. Lisa Stuckeyist Forscherin im Bereich Kunst- und Kulturwissenschaften. Ihre Interessengebiete umfassen zeitgenössische visuelle Kulturen, forensische und investigative Kunstpraktiken, bewegte Bilder und Kuratorium, Medienästhetik sowie kritische/kulturelle Rechtswissenschaften. Ihre aktuelle Forschung befasst sich mit dem Phänomen der Tribunalisierung. Stuckey arbeitet als leitende Wissenschaftlerin am Institut für Kunst und Gesellschaft der Universität für angewandte Kunst Wien.
Mohamed Amjahid wurde als Sohn sogenannter Gastarbeiter:innen 1988 in Frankfurt am Main geboren, die Schule besuchte er bis zum Abitur in Marokko. In Berlin und Kairo studierte er Politikwissenschaften und forschte an verschiedenen anthropologischen Projekten in Nordafrika. Er recherchiert und schreibt als freier, investigativer Journalist unter anderem für den Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, die taz, den RBB, den SWR und den WDR. In seinem Sachbuchdebüt Unter Weißen (2017) und dem Bestseller Der weiße Fleck (2021) setzt er sich mit Rassismus auseinander. In seinem investigativen Sachbuch Alles nur Einzelfälle? (2024) geht es um Das System hinter der Polizeigewalt.




