





16.10.26 – 06.11.26
Meine Damen und Herren / Gob Squad
Das Wutschwert muss man herausziehen, bevor es weitergeht
Kampnagel goes Thalia
»Bisher habt ihr von uns gedacht, dass wir immer lustig, nett und dankbar sind. Aber wir sind wütend. Und es ist wichtig, dass ihr davon wisst…«. In einer kongenialen Liaison kooperiert die Hamburger Gruppe Meine Damen und Herren mit dem Performancekollektiv Gob Squad und macht das starke Gefühl »Wut« zum Motor ihrer ersten gemeinsamen Stückentwicklung. »Beruhig dich! Halt die Luft an! Count to ten!« Warum darf man nicht wütend sein, obwohl es allen Grund dazu gibt? Wann ist Wut eine Kraft, die antreibt, und wann zählt man am besten erst einmal bis 10?
Content Notes / Sensible Inhalte – Auflistung
Sensorische Infos:
- Es gibt verschiedene Lichtstimmungen, das Licht ist mal heller und dunkler. Es wechselt langsam zwischen den einzelnen Szenen. In einer Szene gibt es schnelles und buntes Licht. Am Ende wird leichtes Gegenlicht eingesetzt.
- Über drei Overheadprojektoren werden abstrakte Formen und Bilder an die Rückwand projiziert
- Es gibt immer wieder Musik, teilweise wird dazu gesungen, in einigen Szenen wird die Musik eher laut
- Die Performer*innen sprechen fast immer durch ein Mikrofon verstärkt
- Auf der Bühne befinden sich Lichtschläuche, die in verschiedenen Farben und unterschiedlich hell leuchten werden
- In mehreren Szenen wird Bühnennebel eingesetzt.
- Auf Leinwänden, die man ein- und ausfahren kann, sind verschiedene Videos zu sehen
- In einer Szene werden viele Säcke mit Föhnen aufgeblasen und am Ende wird ein großer Sack mit einer Windmaschine aufgepustet. Die Säcke können dabei knistern und die Geräusche der Geräte sind ebenfalls hörbar. Die Säcke können nicht platzen.
- Das Publikum wird in drei Szenen eingeladen, Methoden zum Abbau von Wut selbst auszuprobieren, sowie in einer Szene zum Mittanzen animiert. Die Teilnahme ist immer freiwillig.
Sensible Inhalte:
Die meisten sensiblen Themen werden nur kurz benannt. In einer Szene werden strukturelle Gewalt und Ableismus dargestellt. Die Szene wird vorher angekündigt.
Sensorische Infos und Sensible Inhalte – Szenen-Übersicht (Spoiler)
Herzlich Willkommen!
Damit du dich gut auf das Stück einstellen kannst, haben wir eine Szenen-Übersicht erstellt mit sensorischen und inhaltlichen Infos. Wenn du schon vor dem regulären Einlass in den Saal möchtest, um dich dort umzuschauen und in Ruhe deinen Platz zu finden, nimm gerne am “Early Boarding” teil.
*Achtung ab hier gibts Spoiler!*
Einlass
Die Performer*innen sind schon auf der Bühne.
Mit Overheadprojektoren werden bunte abstrakte Bilder auf runde Leinwände an die Rückwand projiziert.
Dazu wird atmosphärische Live-Musik gemacht u.a. mit einem Glockenspiel und E-Piano.
Access-Prolog
Eine Person aus unserem Team tritt auf die Bühne und stellt die lauteste, leiseste und bunteste Lichtstimmung, sowie den lautesten Moment des Stückes vor.
Das Wutschwert
Es ist dunkel im Saal, die Nebelmaschine zischt und Nebel breitet sich auf der Bühne und auch im Saal aus.
Es läuft epische, bedrohliche Musik, sie wird immer lauter. Tom steht im Spotlight und zieht ein Plastikschwert aus dem Vulkan. Er schreit und seine Stimme hat einen Hall-Effekt.
Begrüßung & Wut-Gesten
Die Performer*innen geben Tipps, wie sie ihre Wut unterdrücken.
Das Publikum wird adressiert, aber es werden keine einzelnen Personen angesprochen.
Das Publikum darf die Tipps auszuprobieren. Das ist freiwillig.
Wut-Meditation
Melanie leitet ihre Wut-Meditation, eine Art Traumreise an. Das Publikum ist eingeladen, die Augen zu schließen und diese mitzumachen. Man kann die Kommentare der anderen Performer*innen hören und wie sie atmen und seufzen. Es läuft sphärische Musik. Die Meditation endet mit einem Gong.
Sensible Inhalte: kurze Erwähnung von Cocktails / Alkohol
Catwalk-Interview / Catwalk
Es ist hell auf der Bühne. Die Performer*innen stehen auf und präsentieren, wie in einer Modenschau, aufblasbare Objekte aus Folie. Die Objekte können knistern und werden mit Föhnen aufgeblasen. Sie können nicht platzen. Das Geräusch der Föhne kann für manche Menschen anstrengend oder unangenehm sein. Sensible Inhalte: Die Performer*innen sprechen über Wut, die sie bereits länger mit sich herumtragen. Sie benennen kurz, was sie wütend macht, zum Beispiel: Ableismus, Rassismus, Mobbing in der Schule, Tod, Putin / Krieg in der Ukraine, Leistungsdruck, Queerfeindlichkeit.
Lichtkegel bewegen sich über die Bühne, es läuft laute rhythmische Musik, außerdem kommt Nebel zum Einsatz.
Sorry
Alle Performer*innen machen es sich im Snoezelen-Raum auf der Bühne gemütlich. Das Licht wird dunkler. Die Performer*innen entschuldigen sich sehr oft.
Wenn sie aufstehen, wird es wieder hell.
Video: Noa verlässt das Theater
Noa steht auf und unterbricht alle und verlässt dann den Saal.
Eine Video-Leinwand fährt von der Decke herunter. Im Video sieht man, wie Noa das Theater verlässt.
Klavier und Gesang setzen ein und es wird dunkler.
Wut-Gesten 2
Es wird wieder heller. Die Performer*innen geben weitere Tipps, wie sie ihre Wut unterdrücken, das Publikum darf wieder mitmachen.
Tiger-Tanz
Es läuft laute Musik, außerdem gibt es buntes, sich bewegendes Licht.
Alle tanzen um Merles Plüschtiger herum.
Das Licht im Saal wird heller. Das Publikum wird eingeladen, (auf dem Platz) mitzutanzen, dafür laufen zwei Performer*innen die Treppen zum Publikum hoch.
Der Song wird immer schneller.
Video: Noa geht in den Baumarkt
Es wird wieder dunkel im Saal und auch auf der Bühne. Instrumental Musik und Gesang.
Noa geht im Video in einen Baumarkt und kauft dort diverse Dinge ein (Schutzbrille, Handschuhe, großer Hammer, Gartenzwerge).
Wasserfarben-Gespräch
Kathi und Lis Marie unterhalten sich über ihren Start in den Tag.
Der Tag startet schön und wird immer stressiger. Sie kreieren dazu verschiedene Bilder auf den Overheadprojektoren.
Asynchrone Musik und Geräusche steigern sich in Intensität und Schnelligkeit. Alles wird irgendwann von Melanie unterbrochen, die das Chaos nicht mehr aushält.
Ungerechtigkeit auf dem Amt
Eine Performerin inszeniert live ein Erlebnis aus ihrer Kindheit. Im Hamburg der 1970er Jahre war sie mit ihrer Mutter beim Versorgungsamt, um einen Schwerbehinderten-Ausweis zu beantragen und hat dabei Ungerechtigkeit und Ableismus erlebt. Jetzt spielen drei ihrer Kolleg*innen die Szene nach.
Sensible Inhalte: Schwerbehindertenausweis, Ableismus, strukturelle Gewalt, Prüfungssituation
Song: Ich kotze auf das System
Merle singt ein Lied mit einem eigenen Text über alles, was sie nervt und hasst: z.B. Streit, die Deutsche Bahn, Eltern und Scheidung. Ihre Stimme hat einen Hall-Effekt.
Die Bilder auf den Overheadprojektoren drehen sich.
Unterbrechungen
Sarah unterbricht Merle, es wird dunkler auf der Bühne, nur noch ein Spot am Mikrofon bleibt an.
Sarah spricht auf Englisch und berichtet davon, wie es ist, wegen ihrer grauen Haare bzw. ihres Alters nicht mehr gesehen zu werden. Die Performer*innen unterbrechen sich immer wieder gegenseitig in ihren Geschichten. Niemand kann die eigene Geschichte zu Ende erzählen.
Am Ende der Szene wird das Publikum gebeten, einen Satz zu rufen. (JETZT REIßT EUCH MAL ZUSAMMEN!)
25 seconds of rage (25 Sekunden voll Wut)
Es ist sehr hell und vor allem kaltes Licht.
Die Performer*innen spielen einen Wutausbruch in Zeitlupe nach.
Am Anfang läuft dazu keine Musik, dann setzt asynchrone basslastige Musik mit verzerrten Stimmen ein.
Video: Gegenstände zerstören & Chor
Die Video-Leinwände fahren herunter.
Es ist dunkel auf der Bühne, nur leichtes Licht im Snoezelen-Raum.
Im Video: Die Performer*innen zerstören in Zeitlupe verschiedene Gegenstände mit einem Hammer.
Live: Die Performer*innen singen gemeinsam ein ruhiges Lied. Sie sprechen darüber, was sie tun, um runterzukommen.
Catwalk 2 / Ende
Noa kommt mit einem großen Hammer zurück in den Saal.
Lis Marie und Melanie lesen die Zettel, auf denen Menschen aus dem Publikum aufgeschrieben haben, was sie wütend macht, vor. Sie haben ein kleines Licht.
Sensible Inhalte: Je nachdem, was Menschen im Publikum aufschreiben - es wird jeden Abend anders sein. Wir bemühen uns, keine diskriminierenden Inhalte zu reproduzieren.
Im Hintergrund läuft Musik, die aus verschiedenen Tönen und Elementen zusammengesetzt ist.
Die anderen Performer*innen laufen über die Bühne.
Auf der Video-Leinwand: Aufnahmen der Performer*innen mit gruseligem Special Effect Make up werden mit live aufgenommenen Videos gemischt.
Ein großes Luftpolster wird langsam mit einer Windmaschine aufgeblasen, es kann nicht platzen, aber wird laut rascheln. Wenn das Polster ganz groß ist, wird es von hinten angeleuchtet. Es wird langsam dunkler. Die Performer*innen rascheln mit dem Polster.
Black - Es wird kurz ganz dunkel im Saal, dann ist das Stück vorbei.
Ende

Eine Produktion von Meine Damen und Herren und Kampnagel in Kooperation mit dem Thalia Gaußstraße











