





Liz Rech / Camissa Create
(NOT A) COMMON GROUND / IF THE BONES COULD SPEAK
Dieses Projekt lädt das Publikum in performativen Walks dazu ein, sich mit dem kolonialen Erbe des Baakenhafens auseinanderzusetzen.
Der ortsspezifische performative Walk (NOT A) COMMON GROUND/ IF THE BONES COULD SPEAK setzt sich mit dem Hamburger Baakenhafen als wichtigem postkolonialem Gedenkort auseinander. Widersprüchliche kollektive Erinnerungen werden wechselseitig geteilt und kommentieren sich gegenseitig. (Teil-)Reenactments, Installationen und performative Interventionen machen die Kolonialgeschichte sichtbar und bilden ein performatives Gegen-Denkmal, das unterschiedliche Perspektiven auf diesen Erinnerungsort eröffnet. Ein besonderer Fokus dabei liegt auf der politischen Inszenierung, die die Verabschiedung der sogenannten „Schutztruppen“ am Baakenhafen begleitete, die kurz später unter dem Kommando von Lothar von Trotha im heutigen Namibia (damals „Deutsch-Südwestafrika“) einen Genozid an den Volksgruppen der Herero und Nama verübten.
Im Rahmen einer gemeinsamen künstlerischen Recherche kooperieren Liz Rech und (NOT A) COMMON GROUND mit dem multidisziplinären Performance-Projekt IF THE BONES COULD SPEAK (unter der Leitung von Luke De Kock), einer südafrikanisch-namibischen Koproduktion von Camissa Create. IF THE BONES COULD SPEAK folgt der Spur der human remains, die während der deutschen Kolonialzeit und der darauffolgenden Apartheid aus dem südlichen Afrika verschleppt wurden und von denen viele noch immer in europäischen und südafrikanischen Institutionen aufbewahrt werden. Durch Performance und Klanginstallation sowie die Verbindung von historischer Forschung, oral history und dem Austausch mit betroffenen Communities hinterfragt das Projekt hegemoniale Narrative der Restitution und rückt die Perspektiven der betroffenen Gemeinschaften ins Zentrum.
(NOT A) COMMON GROUND / IF THE BONES COULD SPEAK lädt dazu ein, sich neue Formen der transnationalen Aufarbeitung vorzustellen. Verschiedene Orte am Baakenhafen werden im Rahmen eines gemeinsamen performativen Walks mit dem Publikum abgelaufen. Das Projekt überführt beunruhigendes Erbe und persönliche Geschichten in das öffentliche Gedächtnis der Stadt und eröffnet so einen Raum der unbehaglichen Gemeinsamkeit/en.
Anarchivistische Praktiken am 16.8. um 20:00 im MARKK
Werkstattgespräch mit Annelize Kotze, Kuratorin für Sozialgeschichte, Lucy Campbell, Sozialwissenschaftlerin und Kulturerbe-Aktivistin, Glen Arendse, Künstler, und weiteren Gästen.
Moderation: Dr. Memory Biwa
Das Werkstattgespräch behandelt die widerständigen Archivpraktiken im Kontext von aktuellen Restitutionsdebatten. Wie können hegemoniale Narrative der Restitution befragt und die Perspektiven der betroffenen Gemeinschaften ins Zentrum gerückt werden? Dabei geht es nicht nur darum, die Narben anzuerkennen, die der Kolonialismus hinterlassen hat, sondern auch um einen zeitgemäßen Umgang mit Rückgabeforderungen, die Objekte und ancestrial remains in europäischen Sammlungen betreffen. Der Begriff „Anarchivist“ ist dabei eine Wortschöpfung aus Anarchie und Archivar. Im englischsprachigen Diskurs über dekoloniale Arbeit mit Sammlungen und Archiven regt er eine progressivere Auseinandersetzung mit „dem Archiv“ und der archivierenden Praxis an.
Das Gespräch findet auf Englisch statt.













