15 Performer*innen bewegen sich teilweile ganz oder fast nackt auf und um eine Seilkonstruktion herum. Einige tragen langhaarige Perücken und tierartige Masken. Die Szene ist dunkel lila beleuchtet und blaue Neonlicht-Kreise hängen von oben herab.
© Jaime Martin
15 Performer*innen bewegen sich teilweile ganz oder fast nackt auf und um eine Seilkonstruktion herum. Einige tragen langhaarige Perücken und tierartige Masken. Die Szene ist dunkel lila beleuchtet und blaue Neonlicht-Kreise hängen von oben herab.
© Jaime Martin

Lukas Avendaño

Lemniskata

Tickets:

44/36/24/14 Euro (erm. ab 9 Euro, [k]-Karte ab 7 Euro)

Termine

Europapremiere

Donnerstag

08.12.22

19:30 Uhr

k6

ca. 60 Min.

Freitag

09.12.22

19:30 Uhr

k6

ca. 60 Min.

Samstag

10.12.22

19:30 Uhr

k6

ca. 60 Min.

Lukas Avendaño, Chroegraph*in, Anthorpolog*in, Performer*in und Dichter*in, war zuletzt im Rahmen des Festivals KONTEXT MEXIKO (2017) auf Kampnagel zu Gast: in gleich zwei beeindruckenden Soloarbeiten setzte sich Avendano tiefgreifend mit dem in der mexikanischen Zapoteken-Kultur existierenden dritten Geschlecht der Muxe (= weiblich sozialisierte Männer im Gegensatz zu den »hombres oder varones« = männlich sozialisierte Männer) auseinander und ihrer komplexen Rolle in der Gesellschaft. Nach zahlreichen Auszeichnungen und Auftritten weltweit gilt Avendano heute als internationaler Shootingstar.

Mit LEMNSIKATA präsentiert Kampnagel Avendaños erste großformatige Tanzarbeit: in einem überwältigenden Bühnenbild aus riesigen, mit Seilen bespannten Rahmen, in dem sich die Darsteller*innen mal tanzend, mal kletternd oder hängend bewegen, entsteht eine szenische Installation, die alle Genregrenzen sprengt. Mit prähistorischen Masken und ansonsten gänzlich nackt stellen 14 Tänzer und eine Darstellerin den Ursprung allen Lebens auf der Grundlage weiblicher Symbolik aus der mexikanischen Kultur dar. So wird die Schlange, die sich selbst gebiert zur »Lemniskata«, dem Symbol für Unendlichkeit.

Die Frau als aus dem Synkretismus hervorgegangene Konstante repräsentiert sich als schöpferische und zugleich zerstörerische Kraft, die im Gegensatz und Widerstand zu einem Land steht, das heute von Gewalt, Nekropolitik, Ausbeutung und dem Verschwindenlassen der Körper beherrscht wird. So sind es seit jeher die »mujerismos« (Frauen-ismen), die Widerstand gegen die Konvention leisten.

LEMNISKATA ist in dem Sinne der Versuch eines feministischen Gegenentwurfs zu vorherrschenden, männlich geprägten Narrativen über Mexiko – und ein berührender Akt der kollektiven Wiederaneignung der eigenen Vergangenheit und Gegenwart.