12.12.26
Marina Davydova
Charlottenburg
Was bedeutet Heimat, wenn sie verloren geht? Und wie verändert sich die eigene Erinnerung im Exil?
In Charlottenburg setzt sich die russische Theatermacherin, Kritikerin und Historikerin Marina Davydova mit dem Trauma des Exils und der Illusion eines festen Heimatbegriffs auseinander. Die zentrale Figur begegnet den „Geistern“ ihrer Vergangenheit und Zukunft. Eine intensive Reise durch Erinnerung, Verlust und die Suche nach Identität.
Charlottenburg ist der dritte Teil von Davydovas international gefeierter Theatertrilogie nach Eternal Russia (Berlin, 2017) und Museum of Uncounted Voices (Wiener Festwochen, 2023). Wie die beiden vorherigen Arbeiten bewegt sich das Stück im Feld des „performativen Museums“ – einem Raum, in dem Geschichte, kollektives Gedächtnis und persönliche Erfahrungen aufeinandertreffen.
Im Rahmen des NORDWIND Festivals präsentiert Marina Davydova erstmals Textfragmente des Stücks einem deutschen Publikum. Die Premiere von Charlottenburg ist für 2027 am Hebbel am Ufer in Berlin geplant.
Marina Davydova ist Theaterkritikerin, Theaterhistorikerin, Dramatikerin und Produzentin. Sie studierte Theaterkritik am Russischen Institut für Theaterkunst (GITIS/RATI) und promovierte in Theaterwissenschaft. Sie war Senior Researcher am Institute of Art Studies, lehrte Theatergeschichte und Theaterkritik an verschiedenen Hochschulen und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zur russischen und westeuropäischen Theatergeschichte. Sie ist Autorin der Monografien The End of Theatre Epoch und Culture ZERO sowie Herausgeberin von The History of West European Theatre since Renaissance Time until the End of the XIX Century. Davydova war Theaterkritikerin der Zeitung Iswestija, Chefredakteurin der Zeitschrift TEATR, künstlerische Leiterin des Moskauer NET-Festivals und Programmdirektorin der Wiener Festwochen 2016. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Stanislawski-Preis.


