Daniel Dominguez Teruel

Big Moment #1: SPATENSTICH: STAATSTHEATER

Vergangene Termine

Freitag

30.10.26

10:30

Der feierliche Spatenstich markiert traditionell den symbolischen Beginn eines Bauvorhabens – ein Moment zwischen Vision und Realisierung, Ritual und Aufbruch. Der SPATENSTICH auf Kampnagel ist gleichzeitig der erste der sogenannten Big Moments; also eins der markanten Ereignisse des Bauprozesses, die wir dem Publikum zugänglich machen und die künstlerisch begleitet werden. Für den SPATENSTICH haben wir den Hamburger Musiktheaterregisseur und Komponisten Daniel Dominguez Teruel eingeladen, diesen besonderen Augenblick zu inszenieren und zugleich zu reflektieren. Daniel Dominguez Teruel hat ein feines Gespür für die Kraft von Symbolen und deren Repräsentation. In seiner Arbeit beschäftigt er sich immer wieder mit den sozialen und politischen Dimensionen von Ritualen sowie mit der klanglichen und räumlichen Eigenlogik von Architekturen. Für den SPATENSTICH ent-wirft er ein neues Ritual, das den feierlichen Akt des Auszugs und Neubeginns künstlerisch rahmt, kommentiert und erweitert. So wird der symbolische Beginn des Bauprozesses selbst zum Gegenstand einer künstlerischen Auseinandersetzung. Mit Redebeiträgen des Staatsministers für Kultur und Medien Dr. Wolfram Weimer, von Kultursenator Dr. Carsten Brosda, Sprinkenhof-Geschäftsführer Martin Sowinski, den Architekt*innen Lacaton & Vassal, Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard und dem kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Jonas Zipf.

Drei Fragen an Daniel Dominguez Teruel

Du bist Komponist – wie klingt ein Spatenstich für Dich?

Der Spatenstich markiert ja gewissermaßen den Baubeginn. Trotzdem höre ich schon die Baustelle vorweg – neben Baustellen typischen Klängen stelle ich mir gleichzeitig vor, welche Musik diese Szenerie begleiten könnte, zB ein Radio das im Bagger läuft, ein vorbeifahrendes Auto aus dem Musik klingt … und dann gibt es das offizielle Zeremoniell des Staatstheaters mit dem Kulturstaatsminister. Da höre ich dann Musik wie die deutsche Nationalhymne oder Richard Wagner. Das alles mischt sich in meinem Kopf zusammen … und dann tauchen plötzlich ein Kuckucksruf und Dudelsack auf.

Du darfst ihn in Szene setzen – was hast Du mit dem Spaten vor?

Ich tausche den Spaten gegen eine Baggerschaufel und den Sandhaufen gegen den Asphalt des Vorplatzes von Kampnagel aus. Der Bagger kratzt auf dem Asphaltboden nach und nach (Ge-)Schichten frei, die dann in Musik übertragen aus einem Lautsprecher erscheinen. Der Bagger bekommt außerdem eine überdimensionale Flagge “in die Hand”, die er als Repräsentant der Baustelle dann in die Höhe schwingt.

Was soll mit Deinem Spatenstich in Bewegung kommen?

Als Künstler und Musiker verstehe ich die Bühne, das Theater im Allgemeinen, Kampnagel, als eine Art Zuhause. Eine Baustelle im eigenen Haus erschüttert natürlich erstmal den Status Quo, aber mit dem aufgewirbelten Staub kommt auch eine Art Versprechen mit, die ich mir für ein "Staatstheater als Zuhause" wünsche: offen gelegt, unfertig, im riskanten Prozess und unbequem.