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Eine junge Frau mit schulterlangem, welligem, dunklen Haar lächelt frontal in die Kamera vor einem verschwommenen Feldweg und grauem Himmel. Rechts neben dem Foto ist das Buchcover der Lesung eingeblendet, hellrosa mit einem Foto von einem kleinen Mädchen
© Amelie Kahn Ackermann
Eine junge Frau mit schulterlangem, welligem, dunklen Haar lächelt frontal in die Kamera vor einem verschwommenen Feldweg und grauem Himmel. Rechts neben dem Foto ist das Buchcover der Lesung eingeblendet, hellrosa mit einem Foto von einem kleinen Mädchen
© Amelie Kahn Ackermann

Diasporic Echoes im Avant-Garten

Lesung: Lin Hierse "Wovon Wir Träumen" / Konzert: Wassim Mukdad

Vergangene Termine

Donnerstag

11.08.22

18:30 Uhr

Waldbühne

Lesung: ca. 90 Min. / Konzert: ca 90 Min.

Ab 18:30 (Lesung auf Deutsch) In ihrem Debütroman, der im Frühjahr 2022 im Piper Verlag erschienen ist, erzählt Lin Hierse von einer Mutter-Tochter Beziehung und von Identität, Nähe und Abgrenzung. Ihre Geschichte beginnt in China mit der Beerdigung der Großmutter, von der aus sich die junge Protagonistin auf die Suche nach den Spuren ihrer deutsch-chinesischen Familiengeschichte macht. In kurzen, chronologisch nicht geordneten Anekdoten erzählt Hierse die Geschichte von Mutter und Tochter und davon, wie die Migrationserfahrungen der einen auch die andere beeinflusst hat. Der Versuch der Tochter zwischen den Kulturen zu sich selbst zu finden führt sie immer wieder zurück zur Mutter, so sehr sie auch versucht, sich von ihr zu emanzipieren. Dabei gelingt Lin Hierse eine feinfühlige Erzählung des Balanceaktes vieler Kinder von Einwanderern: Das Gefühl, die unerfüllten Hoffnungen und Träume der Eltern in sich zu tragen und trotzdem ein eigenständiges Leben zu führen. Diese Ambivalenz schafft die Autorin in den mal warmherzigen, mal unterschwellig genervten Beschreibungen der Tochter und in der ständigen Gleichzeitigkeit von verschiedenen Orten, Zeiten und Emotionen. Ihr autofiktionaler Roman ist dabei auch ein bisher noch kaum erzähltes Kapitel deutsch-chinesischer Geschichte, »subtil, mutig und mit feinem Gefühl für die Sprache«.

Lin Hierse ist 1990 in Braunschweig geboren, hat Asienwissenschaften und Humangeographie studiert und lebt in Berlin. Seit 2019 ist sie Redakteurin der taz, wo auch ihre Kolumne poetical correctness. »Wovon wir träumen« ist ihr erster Roman.

Ab 20:30 Der in Syrien geborene und in Berlin lebende Oud Spieler (die arabische bundlose Laute), ist in mehreren Genres wie Tarab, Dance und traditioneller Musik zu Hause. In seiner Musik vermischt er Elemente der orientalischen und westlichen Musikkultur und tourt damit inzwischen durch ganz Europa.


Eine dreiwöchige Veranstaltungsreihe vereint mit Lesungen und Konzerten diasporische Stimmen auf der Waldbühne unter Birkenbäumen.

Selten hat es in Europa eine so große Welle der Solidarität und Offenheit gegenüber Schutzsuchenden gegeben, wie sie aktuell im Kontext des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zu spüren ist. Weil wir diese Energie lieben und sie uns für alle wünschen, die ihre Heimat verlassen müssen, präsentiert das Sommerfestival in Kooperation mit der ZEIT Stiftung und dem NDR jeden Donnerstag bis Samstag Autor*innen und Musiker*innen, die von Umbruchzeiten und Vertreibung, von der Suche nach Zugehörigkeit, und von globalen politischen und familiären Verflechtungen erzählen. Jeder Veranstaltungsaben beginnt mit einer Lesung inklusive Autor*innengespräch mit NDR Moderator*innen und geht mit akustischen Konzerten im kleinen Rahmen weiter, die von Anas Aboura und Alexei Volinchik programmiert wurden.

Portrait von Lin Hierse vor einem Feldweg. Sie trägt eine hell lilafarbene Bluse mit V-Ausschnit und welliges, schulterlanges dunkles Haar und lächelt leicht in die Kamera.
© Amelie Kahn Ackermann
Buch Cover von "Wovon wir Träumen": vor einem rosafarbenen Hintergrund ist ein Foto eines kleinen Mädchens zu sehen, das an einer Brüstung lehnt und zur Kamera winkt. Im Hintergrund ein traditionell chinesisches Haus.
© Piper Verlag
Schwarz-Weiß Foto des Musikers Wassim Mukdad, ein Mann mit dunklem Bart und lockigen, schulterlangen Haar. Er spiel eine Oud, eine arabische Laute, seine Augen sind geschlossen.
© Anton Tal

Lin Hierse

Wassim Mukdad


Lesung: Lin Hierse

Gespräch: Lin Hierse, Jan Ehlert (NDR, Moderation)

GEFÖRDERT von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

IN KOOPERATION mit NDR Kultur