3D-Modell von Shark Island in Lüderitz, Namibia, mit markierten kolonialen Denkmälern: Cornelius Fredericks Monument, Adolf Lüderitz Stone, Heinrich Vogelsang Plaque und ein Kreuz des alten europäischen Friedhofs. Das Bild zeigt die historische Landschaft
© Forensic Architecture
3D-Modell von Shark Island in Lüderitz, Namibia, mit markierten kolonialen Denkmälern: Cornelius Fredericks Monument, Adolf Lüderitz Stone, Heinrich Vogelsang Plaque und ein Kreuz des alten europäischen Friedhofs. Das Bild zeigt die historische Landschaft
© Forensic Architecture
Investigative Arts
Filmscreening

Shark Island

Forensic Architecture - German Colonial Genocide in Namibia

Zwischen 1904 und 1908 verübte Deutschland in seiner Kolonie „Südwestafrika” (dem heutigen Namibia) einen Völkermord an den Herero, Mbanderu und Nama. An drei Tagen des Fokus Investigative Arts zeigen wir in einzelnen Filmvorführungen die Reihe German Colonial Genocide in Namibia der Forschungskollektive Forensic Architecture/Forensis, die mit Völkermordaktivist:innen aus Nachfahren-Gemeinschaften zusammen gearbeitet haben, um Archivfotos und mündliche Zeugenaussagen in 3D-Modellen der Orte, an denen diese Gräueltaten verübt wurden, zusammenzuführen. Ihre Ergebnisse sind der Beginn einer Sammlung digitaler Beweise, die zur Unterstützung von Forderungen nach Landrückgabe und Wiedergutmachung herangezogen werden können.

Tickets:

Eintritt frei, mit Anmeldung

Info

Triggerwarnung: Thematisierung von kolonialer, physischer Gewalt und anti-Schwarzem Rassismus

Vergangene Termine

Archiv

Freitag

26.09.25

19:00

Seit 2022 arbeiten Forensis und Forensic Architecture (FA) mit führenden Gruppen der Nama und Ovaherero in Namibia zusammen, um Orte zu untersuchen, die mit dem Völkermord in Verbindung stehen, den die deutsche Kolonialarmee zwischen 1904 und 1908 an den Ovaherero und Nama verübt hat. Diese Untersuchung befasst sich mit einem der traumatischsten Kapitel dieser Geschichte: dem Erbe von Shark Island, dem Standort des tödlichsten Konzentrationslagers, das von den Deutschen in der damals als „Deutsch-Südwestafrika” bekannten Kolonie errichtet wurde. Zusammen mit Nachkommen der Opfer und Überlebenden haben FA/Forensis das Lager in beispielloser Detailgenauigkeit rekonstruiert und Grabstätten aus der Zeit des Völkermords identifiziert.

Die Forderungen der Nachkommen nach der Erhaltung von Shark Island und der Erinnerung an die dort begangenen Gräueltaten haben neue Dringlichkeit erhalten. Bedeutende Vorschläge für die kommerzielle und infrastrukturelle Entwicklung auf Shark Island und in den weiteren Stammesgebieten der !Aman Nama drohen, weitere physische Spuren dieser Geschichte zu zerstören - und einen Prozess der Auslöschung fortzusetzen, der bereits durch jahrzehntelange systematische Vernachlässigung verschärft wurde.

Forensic Architecture(FA) und Forensis nutzen Techniken der Raumanalyse und digitalen Modellierung, um staatliche und unternehmerische Gewalt, Umweltzerstörung und koloniale Hinterlassenschaften zu untersuchen. In Zusammenarbeit mit den indigenen Ovaherero- und Nama-Gruppen haben die beiden Agenturen eine mehrjährige Untersuchung des Völkermords durchgeführt, der von deutschen Kolonialtruppen in Namibia in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts verübt wurde. Ihre laufenden Forschungen, die diese gewalttätige Geschichte mit aktuellen Fällen staatlicher Gewalt in Deutschland und Palästina in Verbindung bringen, werden in einer Reihe von Filmen, einer Installation und einer Podiumsdiskussion präsentiert.

Einfarbiger Hintergrund mit Aufschrift "Forensic Architecture"
© Forensic Architecture
Einfarbiger Hintergrund mit Aufschrift "Forensis"
© Forensis