





The Hornkranz Massacre & The Environmental Continuum of Genocide in Namibia
Forensic Architecture - German Colonial Genocide in Namibia
Zwischen 1904 und 1908 verübte Deutschland in seiner Kolonie „Südwestafrika” (dem heutigen Namibia) einen Völkermord an den Herero, Mbanderu und Nama. An drei Tagen des Fokus Investigative Arts zeigen wir in einzelnen Filmvorführungen die Reihe German Colonial Genocide in Namibia der Forschungskollektive Forensic Architecture/Forensis, die mit Völkermordaktivist:innen aus Nachfahren-Gemeinschaften zusammen gearbeitet haben, um Archivfotos und mündliche Zeugenaussagen in 3D-Modellen der Orte, an denen diese Gräueltaten verübt wurden, zusammenzuführen. Ihre Ergebnisse sind der Beginn einer Sammlung digitaler Beweise, die zur Unterstützung von Forderungen nach Landrückgabe und Wiedergutmachung herangezogen werden können.
Vergangene Termine
27.09.25
20:30
The Hornkranz Massacre
Auf Initiative der Nama Traditional Leaders Association (NTLA) arbeiteten FA und Forensis mit Nachfahren von Überlebenden zusammen, um visuelle Beweise zu sammeln und die mündlich überlieferte Geschichte über das Massaker an den Witbooi Nama in Hornkranz im Jahr 1893 zu dokumentieren.
Neben der räumlichen Rekonstruktion der Siedlung und der Darstellung des Massakers untersucht das Projekt auch die Umweltveränderungen, die seit der Vertreibung der Nama aus diesen Gebieten eingetreten sind.
Das Projekt soll die Bemühungen der Gemeinschaft unterstützen, das Massaker von Hornkranz im Jahr 1893 als ersten Akt des Völkermords an den Nama anzuerkennen. Es unterstützt auch die fortwährenden Forderungen der Nachkommen nach freiem und offenem Zugang zu ihren Gedenkstätten.
The Environmental Continuum of Genocide in Namibia
Nach den Völkermordkampagnen gegen die Nama und Ovaherero wurden ihnen kommerzielle Farmen nach europäischem Vorbild aufgezwungen, die einheimische Tierwelt wurde fast vollständig ausgerottet, und die überlebenden indigenen Bevölkerungsgruppen wurden in „Reservate” eingesperrt, die nur noch einen Bruchteil der Größe ihrer angestammten Heimatgebiete hatten.
Auf der Grundlage mündlicher Zeugenaussagen, Archivunterlagen und Feldforschung entwickelten FA/Forensis Methoden zur Rekonstruktion historischer Landschaften, um die langfristige Umweltzerstörung sichtbar zu machen, die Namibia seit der deutschen Kolonialisierung erlebt hat. Umweltzerstörung ist ein oft übersehenes koloniales Erbe, das durch Landverlust, wirtschaftliche Not und generationenübergreifende Armut bis heute völkermörderische Gewalt perpetuiert.
Forensic Architecture (FA) und Forensis nutzen Techniken der Raumanalyse und digitalen Modellierung, um staatliche und unternehmerische Gewalt, Umweltzerstörung und koloniale Hinterlassenschaften zu untersuchen. In Zusammenarbeit mit den indigenen Ovaherero- und Nama-Gruppen haben die beiden Agenturen eine mehrjährige Untersuchung des Völkermords durchgeführt, der von deutschen Kolonialtruppen in Namibia in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts verübt wurde. Ihre laufenden Forschungen, die diese gewalttätige Geschichte mit aktuellen Fällen staatlicher Gewalt in Deutschland und Palästina in Verbindung bringen, werden in einer Reihe von Filmen, einer Installation und einer Podiumsdiskussion präsentiert.
Mark Mushiba arbeitet derzeit als Forscher bei Forensis. Er hat einen Master-Abschluss in Informationstechnologie von der Namibian University of Science and Technology (NUST) und der Aalto-Universität in Finnland. Promoviert hat er in Human Computer Interaction an der Universität Trient in Italien. Seine Doktorarbeit befasste sich mit der Entwicklung von leicht zugänglichen prosozialen Spielen für generationsübergreifende Interaktion. Bevor er zu Forensis kam, arbeitete er als freiberuflicher creative technologist in Berlin und als technischer Mitarbeiter an der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund.



