Gespräch / Diskussion

Zeit zu Reden

Abwesend, Gelähmt, Verstummt – der Kulturbetrieb und Gaza

Tickets:

10 Euro (erm. 8 Euro, [k]-Karte 5 Euro)

Info

Ab 16 Jahren empfohlen, Live-Stream über den YouTube-Kanal @ZeitZuReden

Termine

Dienstag

10.03.26

19:00

Tickets

Seit eineinhalb Jahren wirkt der deutsche Kulturbetrieb mitunter wie unter einer Glocke. Während Kulturschaffende weltweit Benefizkonzerte für Gaza veranstalten oder mit palästinensischen Künstler*innen eine Gaza Biennale organisieren, halten sich ihre Kolleg*innen in Deutschland auffällig zurück. Zu groß ist die Angst, als »israelfeindlich« oder »antisemitisch« diffamiert zu werden. Bis heute werden Theaterinszenierungen, Konzerte und Ausstellungen abgesagt – wer etwas Kritisches plant, vermeidet Aufmerksamkeit. Welche gesellschaftlichen und politischen Folgen hat dieses Schweigen? Und wie können Intendant*innen, Regisseur*innen, bildende Künstler*innen und Musiker*innen zurückfinden zu einer Sprache, die das Leid und die Rechte aller Menschen thematisiert? Eine kritische Diskussion über die Reaktionen deutscher Kulturschaffender auf den 7. Oktober 2024 und seine Folgen mit Michael Bahrenboim, Sami Khatib, Susan Neiman und Kathrin Peters.

Jonas Gottfriedsen insta fotorello
© Michael Barenboim, Foto: Jonas Gottfriedsen
Neiman
© Susan Neiman
Kathrin Peters Foto Lola Randl
© Kathrin Peters, Foto: Lola Randl
Khatib
© Sami Khatib

Michael Barenboim ist ein renommierter Geiger, Professor an der Barenboim-Said Akademie und Konzertmeister des West-Eastern Divan Orchestra. Seit Anfang 2024 steht er verstärkt im öffentlichen Fokus, da er sich wiederholt und deutlich zu Gaza geäußert hat – unter anderem bei zwei Auftritten in der Bundespressekonferenz sowie bei der Demonstration „All Eyes on Gaza“, die er mitinitiiert hat und an der rund 100.000 Menschen teilnahmen. Er ist Teil von Make Freedom Ring, einem Kollektiv klassischer Musiker*innen, das Konzerte zur Unterstützung Palästinas organisiert, sowie Mitglied des Vereins Palästinensischer und Jüdischer Akademiker*innen (PJA). Zudem ist er Mitkurator von Kilmé Talks, das palästinensischen Künstler*innen und Akademiker*innen eine Plattform bieten, und leitet das Ensemble Nasmé, ein klassisches Ensemble palästinensischer Musiker*innen.

Susan Neiman ist seit 2000 Direktorin des Einstein Forums. Geboren in Atlanta, Georgia, studiert sie Philosophie an Harvard University und die Freie Universität Berlin und promoviert 1986 an Harvard bei John Rawls. Sie war Philosophieprofessorin an Yale University und Tel Aviv University, bevor sie die Leitung des Einstein Forums übernahm. Sie ist Autorin von zehn Bücher, die in fünfzehn Sprachen übersetzt wurden, wie auch über hundert Aufsätze in z.B. die New York Review of Books, the New York Times the Guardian, die ZEIT, der Spiegel, und andere Zeitschriften. Neiman ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie die American Philosophical Association. Weitere Auskunft unter: www.susan-neiman.com

Kathrin Peters ist Professorin für Geschichte und Theorie der visuellen Kultur an der Universität der Künste Berlin. Forschungsschwerpunkte: Medienästhetiken, Gender/Queer Studies, Geschichte der Gestaltung, Critical University Studies. Sie ist Beiratsmitglied der Zeitschrift für Medienwissenschaft. Letzte Buchpublikation: An den Rändern des Wissens. Über künstlerische Epistemologien, hrsg. m. B. Gronau und K. Busch, Bielefeld 2023.

Sami Khatib ist Professor für Politische und soziale Ästhetik an der Staatliche Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Vor seiner Neuberufung an die HfG Karlsruhe im Frühjahr 2025 war Khatib zuletzt wissenschaftlicher Referent am Deutschen Orient-Institut in Beirut und forscht zur Kritischen Theorie aus dem Globalen Süden. Seit 2006 lehrt er Medienphilosophie, Ästhetik und Kunsttheorie an renommierten Universitäten und Kunsthochschulen weltweit, darunter die American University of Beirut, American University in Cairo, die Leuphana Universität Lüneburg, die Akademie der bildenden Künste Wien und die Freie Universität Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Kritische Theorie, Ästhetische Theorie und Kontinentale Philosophie. Durch seine vielseitige wissenschaftliche Ausrichtung und internationale Erfahrung wird er das akademische Profil der HfG auf wertvolle Weise erweitern.


Koproduktion mit Zeit zu reden