Zehn Personen singen vor einem riesigen aufblasbaren Torso mit Brüsten und einer Vagina. Die meisten von ihnen sind nackt, bis auf einen weißen Arztkittel und Turnschuhe. Eine Person liegt auf einem Krankenhausbett und hustet.
© Nicole Marianna Wytyczak
Zehn Personen singen vor einem riesigen aufblasbaren Torso mit Brüsten und einer Vagina. Die meisten von ihnen sind nackt, bis auf einen weißen Arztkittel und Turnschuhe. Eine Person liegt auf einem Krankenhausbett und hustet.
Aktuelles

Einladung zum Berliner Theatertreffen

»A Year without Summer« von Florentina Holzinger, koproduziert vom Internationalen Sommerfestival

Florentina Holzingers Produktion »A Year without Summer«, die in Koproduktion mit dem Internationalen Sommerfestival entstanden ist, wurde als eine von zehn bemerkenswerten Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Damit zählt die Arbeit zu den herausragenden Theaterproduktionen der Spielzeit.

Die Begründung der Jury:

»Was tut man in einem »Jahr ohne Sommer«, in dem Vulkanausbrüche und
Temperaturstürze die Welt verdüstern? Die damals 18-jährige Autorin Mary
Shelley erdachte in einem solchen Sommer anno 1816 das Monster
Frankenstein. Und Florentina Holzinger führt alle Ereignisse zusammen
und unternimmt mit ihren Performer*innen, zu denen diesmal auch eine
Crew von teilweise über 80-jährigen Akteur*innen gehört, einen ebenso
wilden wie ungemein luziden Ritt durch die Optimierungsgeschichte des
Homo sapiens. In spektakulären und höchst komplexen Bildern führt sie
den Status quo des Planeten mit der Verfallsbiografie des menschlichen
Körpers zusammen und fragt – während die Roboterhunde bereits zum
Angriff rüsten – nach Fluch und Verheißung des ewigen Lebens. Der
Düsternis zum Trotz geschieht all das in Form eines gedanklich wie
visuell überbordenden Musicals, an dessen Ende die buchstäblichste
Kunst-Fäkal-Orgie der Theatergeschichte steht. Wie hier in der denkbar
schonungsfreiesten Wahrheit eine absolut kitschfreie Utopie aufscheint,
das hat man im Theater so noch nie gesehen.«
– Christine Wahl für die Theatertreffen-Jury

Insgesamt sichtete die Jury 739 Aufführungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um ihre Auswahl zu treffen. Ebenfalls unter den vorgeschlagenen Inszenierungen befand sich »Vampire’s Mountain« von Philippe Quesne, die im Schauspielhaus gezeigt wurde. Der Regisseur wird ab dem 26. Februar mit seiner Arbeit »Le Paradoxe de John« auf Kampnagel zu erleben sein.