





Hendrik Quast
Hairkunft
Vergangene Termine
05.12.25
19:00
06.12.25
18:30
Hendrik Quast – Der Tagesspiegel, 17.10.2024»Mit dem Schwinden der Haare hatte ich zunehmend das Gefühl, man könne durch mich hindurchschauen und dadurch noch deutlicher erkennen, wo ich eigentlich herkomme. Wie viel Mehrarbeit es mich kostet, zu diesem Künstler-Milieu der Mittelklasse zu gehören und zugehörig zu bleiben.«
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Hendrik Quast hat sein Haar verloren – gerade jetzt, wo er sich nach kämmbarem Prachthaar sehnt, um im Kunstmilieu neue Rollen zu spielen. Also wagt er eine Haartransplantation: blutig, schmerzhaft, teuer – eine Langzeitperformance mit Eigenhaar. Doch was passiert, wenn der chronisch-kranke Körper das neue Haar wieder abstößt? Quast verwandelt die Bewirtschaftung seines Kopfes in eine skurrile Hairkunfts-Performance, die Stand-up, Musical, Body-Art und Crowdwork verbindet. Er beleuchtet widersprüchliche Erfahrungen seiner queeren Klassenreise und zeigt die gespenstische Existenz eines Klassenwechslers zwischen Zu- und Hairkunft. Mit eigenwilliger Komik, Präzision und Tabubruch fragt er nach dem Preis des Aufstiegs. Die Performance HAIRKUNFT wurde mit einer Einladung zum diesjährigen Impulse-Festival geehrt und ist nach krankheitsbedingt abgesagten Shows im Februar nun wieder im Kampnagel-Programm.
Tipp: Künstler*innen-Gespräch im Anschluss an die Vorstellung am FR 05.12.: Hendrik Quast und die Hamburger Tänzerin und Choreografin Verena Brakonier sprechen anhand der jeweiligen eigenen künstlerischen Praxis über den Zusammenhang von Körper und Klasse, über intersektionale Erfahrungen sowie über Haut, Haare und Hand-Arbeit.
Hendrik Quast ist Theatermacher und Performer. Er ist Absolvent der Gießener Angewandten Theaterwissenschaft und seine seit vielen Jahren erfolgreich tourenden Arbeiten zeichnen sich aus durch eine genussvolle Vorliebe für Themen an den gesellschaftlichen Tabugrenzen, durch eigenwillige Komik, akribische Recherchen, Präzision und performative Konsequenz. Seit einigen Jahren beschäftigt sich Hendrik Quast vor allem mit der künstlerischen Verarbeitung von Behinderung/chronischer Krankheit, Queerness und Klassismus und nutzt Comedy als performative Strategie. Zuletzt war er mit SPILL YOUR GUTS 2022 auf Kampnagel zu Gast. Mehrere seine Arbeiten adaptierte er auch als Hörspiele.
Verena Brakonier beschreibt sich selbst als Arbeiterkind, ist Tänzerin und Choreografin. Sie studierte Tanz an der Folkwang Universität der Künste Essen, lebt seit 2010 in Hamburg und recherchiert seit 2019 zum Thema Klassismus, das in ihrer Arbeit zentral ist. Ihre Arbeitsweise zeichnet sich durch die Verbindung von künstlerischen und aktivistischen Ansätzen aus. Ihre Performance-Arbeit AUTO-FIKTION: DER STRUGGLE SO REAL wurde 2022 ortsspezifisch in der Autowerkstatt Altona uraufgeführt, zum Hamburger Festival Hauptsache Frei eingeladen und tourt seitdem erfolgreich deutschlandweit. Auch weitere ihrer Projekte (u.a. das Videospiel GLÄSERNE DECKE#UNTEN (2022) oder der Kurzfilm HÄNDE (2021) beschäftigen sich mit klassistischer Diskriminierung). Sie betreibt den Blog www.classmatters-immernoch.de und hat das Netzwerk die ANONYMEN ARBEITER:INNENKINDER gegründet.
die tageszeitung, 06.02.2025»Seine Performance kombiniert Elemente aus Stand-up-Comedy, Musical, Body-Art und Crowdwork, um die widersprüchlichen Erfahrungen auf seiner queeren und schamvollen Klassenreise zu beleuchten. »Hairkunft« hinterfragt den Preis sozialen Aufstiegs und gesellschaftlicher Konvention.«
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