Ein weißer Mann sitzt auf einem Bett und trägt eine medizinische Kopfbedeckung und einen rosa Kittel, auf dem viele Haare kleben. Er zieht eine Haarsträhne mit leicht angeekeltem Blick von sich weg. Um ihn herum liegen ein Kaffenbecher und ein Salatkopf.
© Florian Krauß
Ein weißer Mann sitzt auf einem Bett und trägt eine medizinische Kopfbedeckung und einen rosa Kittel, auf dem viele Haare kleben. Er zieht eine Haarsträhne mit leicht angeekeltem Blick von sich weg. Um ihn herum liegen ein Kaffenbecher und ein Salatkopf.
© Florian Krauß
Performance

Hendrik Quast

Hairkunft

Tickets:

15 Euro (erm. 9 Euro, [k]-Karte 7,50 Euro)

Info

Ab 16 Jahren. Explizite Bilder einer Haartransplantation und des Heilungsprozesses. Darstellung von Klischees wie übermäßiger Alkoholkonsum. Thematisierung von Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft, sexueller Orientierung und chronischer Krankheit.

Vergangene Termine

Archiv

Freitag

05.12.25

19:00

Archiv

Samstag

06.12.25

18:30

»Mit dem Schwinden der Haare hatte ich zunehmend das Gefühl, man könne durch mich hindurchschauen und dadurch noch deutlicher erkennen, wo ich eigentlich herkomme. Wie viel Mehrarbeit es mich kostet, zu diesem Künstler-Milieu der Mittelklasse zu gehören und zugehörig zu bleiben.«

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Hendrik Quast – Der Tagesspiegel, 17.10.2024

Hendrik Quast hat sein Haar verloren – gerade jetzt, wo er sich nach kämmbarem Prachthaar sehnt, um im Kunstmilieu neue Rollen zu spielen. Also wagt er eine Haartransplantation: blutig, schmerzhaft, teuer – eine Langzeitperformance mit Eigenhaar. Doch was passiert, wenn der chronisch-kranke Körper das neue Haar wieder abstößt? Quast verwandelt die Bewirtschaftung seines Kopfes in eine skurrile Hairkunfts-Performance, die Stand-up, Musical, Body-Art und Crowdwork verbindet. Er beleuchtet widersprüchliche Erfahrungen seiner queeren Klassenreise und zeigt die gespenstische Existenz eines Klassenwechslers zwischen Zu- und Hairkunft. Mit eigenwilliger Komik, Präzision und Tabubruch fragt er nach dem Preis des Aufstiegs. Die Performance HAIRKUNFT wurde mit einer Einladung zum diesjährigen Impulse-Festival geehrt und ist nach krankheitsbedingt abgesagten Shows im Februar nun wieder im Kampnagel-Programm.

Tipp: Künstler*innen-Gespräch im Anschluss an die Vorstellung am FR 05.12.: Hendrik Quast und die Hamburger Tänzerin und Choreografin Verena Brakonier sprechen anhand der jeweiligen eigenen künstlerischen Praxis über den Zusammenhang von Körper und Klasse, über intersektionale Erfahrungen sowie über Haut, Haare und Hand-Arbeit.



Hendrik Quast ist Theatermacher und Performer. Er ist Absolvent der Gießener Angewandten Theaterwissenschaft und seine seit vielen Jahren erfolgreich tourenden Arbeiten zeichnen sich aus durch eine genussvolle Vorliebe für Themen an den gesellschaftlichen Tabugrenzen, durch eigenwillige Komik, akribische Recherchen, Präzision und performative Konsequenz. Seit einigen Jahren beschäftigt sich Hendrik Quast vor allem mit der künstlerischen Verarbeitung von Behinderung/chronischer Krankheit, Queerness und Klassismus und nutzt Comedy als performative Strategie. Zuletzt war er mit SPILL YOUR GUTS 2022 auf Kampnagel zu Gast. Mehrere seine Arbeiten adaptierte er auch als Hörspiele.

Verena Brakonier beschreibt sich selbst als Arbeiterkind, ist Tänzerin und Choreografin. Sie studierte Tanz an der Folkwang Universität der Künste Essen, lebt seit 2010 in Hamburg und recherchiert seit 2019 zum Thema Klassismus, das in ihrer Arbeit zentral ist. Ihre Arbeitsweise zeichnet sich durch die Verbindung von künstlerischen und aktivistischen Ansätzen aus. Ihre Performance-Arbeit AUTO-FIKTION: DER STRUGGLE SO REAL wurde 2022 ortsspezifisch in der Autowerkstatt Altona uraufgeführt, zum Hamburger Festival Hauptsache Frei eingeladen und tourt seitdem erfolgreich deutschlandweit. Auch weitere ihrer Projekte (u.a. das Videospiel GLÄSERNE DECKE#UNTEN (2022) oder der Kurzfilm HÄNDE (2021) beschäftigen sich mit klassistischer Diskriminierung). Sie betreibt den Blog www.classmatters-immernoch.de und hat das Netzwerk die ANONYMEN ARBEITER:INNENKINDER gegründet.

»Seine Performance kombiniert Elemente aus Stand-up-Comedy, Musical, Body-Art und Crowdwork, um die widersprüchlichen Erfahrungen auf seiner queeren und schamvollen Klassenreise zu beleuchten. »Hairkunft« hinterfragt den Preis sozialen Aufstiegs und gesellschaftlicher Konvention.«

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die tageszeitung, 06.02.2025

Ein weißer Mann spricht breit grinsend in ein Mikrofon in seiner Hand. Er trägt eine goldene Jacke, einen beigen Fahrradhelm und auf dem Helm eine lange, lockige, braune Perücke.
© Florian Krauß
Ein weißer Mann sitzt zugedeckt in einem Bett. Er hält sich einen Fön ans Auge wie eine Lupe oder ein Fernrohr. Der Hintergrund ist blau und ein riesiger Kamm wirft einen Schatten auf die Wand.
© Florian Krauß
Ein weißer Mann trägt eine Glatzenkappe auf dem Kopf auf schwarze Linien eingezeichnet sind. Er spricht in ein Mikrofon und hält mit der anderen Hand einen Edding. Er trägt eine goldene Jacke und weiße Jeans.
© Florian Krauß
Ein Mann in schwarzer Kleidung liegt auf dem Boden und wird mit gequältem Blick von einer anderen Person mit Tricher und Schlauch mit einer Dose Bier gefüttert. Nebel wabert umher. Hinter den beiden sitzen einige Personen im Schatten auf einem Bett.
© Florian Krauß
Ein weißer Mann mit kurzen Haaren, einem schwarzen Tshirt und einer schlichten Hose sitzt auf einem Bett. Er hat eine schleimige Substanz auf dem Kopf, die auch in seinem Gesicht verschmiert ist. Im Hintergrund wird ein riesiger Kamm einen Schatten.
© Florian Krauß
Ein weißer Mann mit kurzen Haaren, einem schwarzen Tshirt und einer schlichten Hose sitzt auf einem Bett. Er hat eine schleimige Substanz auf dem Kopf und föhnt sich die Haare mit einem blauen Fön. Er blickt ernst.
© Florian Krauß
Ein weißer Mann sitzt auf einem Bett und trägt eine medizinische Kopfbedeckung und einen rosa Kittel, auf dem viele Haare kleben. Er zieht eine Haarsträhne mit leicht angeekeltem Blick von sich weg. Um ihn herum liegen ein Kaffenbecher und ein Salatkopf.
© Florian Krauß

Text, Performance, Konzept, Regie Hendrik Quast Kostüm, Maske Christina Neuss Sound Toben Piel Künstlerische Mitarbeit, Video Michel Wagenschütz Bühne Jonas Maria Droste Licht Maika Knoblich Dramaturgie Florian Fischer Beratung Text Daniela Plügge Transplantation Bahar Akcay, Dr. Christian Roessing PR Augustin PR Technische Leitung Hendrik Borowski Beratung Comedy Christian Eisert, Katrin Wöller Produktionsassistenz Maret Zeino-Mahmalat Produktion Lisa Gehring

Eine Produktion von Hendrik Quast in Koproduktion mit Sophiensæle, Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt/Main, Forum Freies Theater Düsseldorf, Kampnagel Hamburg und Theater RAMPE Stuttgart. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin und durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Theater aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.