Fotoporträt von Jack Halberstam.
© Katarina Marković / The Egs
Fotoporträt von Jack Halberstam.
© Katarina Marković / The Egs
Vortrag

Jack Halberstam

Keynote: Anarchitecture After Everything

Tickets:

12 Euro (erm. 6 Euro, [k]-Karte ab 6 Euro)

Termine

Samstag

31.10.26

20:00

Tickets

Jack Halberstam, Professor für Gender Studies an der Columbia University und eine der weltweit prägendsten Stimmen der Queer Theory, kehrt nach Hamburg zurück. Mit seiner Keynote eröffnet er nicht nur die Spielzeit 2026 unter dem Motto UNDER CREATION, sondern legt zugleich das theoretische Fundament für eine kritische Auseinandersetzung mit der Baustelle als Ort queeren Begehrens und als Möglichkeitsraum.

Anknüpfend an seine Vorträge bei LIMINALITIES 2025 und Trans Through Trembling Times (in Kooperation mit der HFBK Hamburg) führt Halberstam seine Überlegungen zu trans* als einer Praxis des Aufbrechens bestehender Ordnungen weiter und überträgt sie auf Architektur und ihre Politiken. Ausgehend von seinem neuen Buch Anarchitecture After Everything entwirft er eine Grammatik und ein Vokabular der „Anarchitecture“ – eine Sprache des Widerstands gegen bestehende Verhältnisse, die sich gerade nicht an linearen Vorstellungen von Fortschritt orientiert. Was geschieht, wenn Gebäude kollabieren, abgerissen oder rückgebaut werden? Wenn Künstler*innen Ruinen, Verlassenheit und Verfall in Orte einschreiben, die einst Teil kapitalistischer Wertschöpfung waren? Im Spannungsfeld von Abriss, Sanierung und Gentrifizierung eröffnet das Ungebaute neue Perspektiven auf eine antikapitalistische Kritik an Eigentum und andere Vorstellungen von Körperlichkeit und Raum.

Halberstams Vortrag eröffnet damit einen Denkraum für Performative Baustelle, ein fortlaufendes künstlerisches und diskursives Programm, das den Umbau von Kampnagel als performativen Prozess und gesellschaftliches Experiment begleitet. Mit BIG MOMENT #1: Spatenstich von Daniel Dominguez Teruel und BIG MOMENT #2: SUSPENSION von Göksu Kunak beginnt eine Reihe künstlerischer Interventionen, die die Baustelle selbst zum Ort der Auseinandersetzung machen und neue Perspektiven auf die Geschichte und Nutzung des Ortes sowie auf das Verhältnis von Körpern, Raum, Arbeit und Begehren eröffnen.

Das anschließende Gespräch mit Q&A moderiert Luce deLire, Philosophin und Künstlerin sowie Professorin für Ästhetische Theorie und Praxis an der Universität zu Köln. In ihren philosophischen und künstlerischen Arbeiten setzt sie sich mit politischer Philosophie, trans* und queerer Theorie sowie den Machtverhältnissen auseinander, die gesellschaftliche Vorstellungen von Identität, Eigentum und Gerechtigkeit prägen.

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.