Posthumanismus trifft Praxis
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17.01.26
17:30
Posthumanismus trifft Praxis: In dieser interdisziplinären Podiumsdiskussion beleuchten wir die Zukunft des Menschlichen zwischen Transhumanismus, Bio‑Modifikation und Körpererweiterung – wissenschaftlich fundiert und künstlerisch erlebbar. Komponist und Medienkünstler Alexander Schubert (ETERNAL DAWN) und weitere Gäste öffnen unterschiedliche Perspektiven auf hybride Körper, performative Technologien und neue Formen von Subjektivität. Gemeinsam diskutieren sie Chancen, Risiken und gesellschaftliche Implikationen: von kybernetischen Prothesen über KI‑gestützte Kreativität bis hin zu Fragen von Autonomie, Identität und Verantwortung. Ein Abend über das Werden des Körpers – zwischen Labor, Bühne und Alltag.
Alexander Schubert (Komposition & Leitung) lebt in Hamburg und ist Mitgründer des Decoder Ensemble. In seinen Arbeiten verbindet er musikalische Komposition mit performativen, installativen und technologischen Setups – zuletzt war ANIMA™ 2022 auf Kampnagel zu sehen.
Theresa Schubert is a Berlin-based artist and researcher operating within unstable assemblages of flesh, code, and matter. With a PhD in Media Art from Bauhaus-University Weimar, she creates situations in which living organisms, technological apparatuses and algorithms are not instruments but autonomous agents and co-creators.
Her works unfold as techno-organic ecologies — part laboratory, part speculation— where bio-cybernetic systems, immersive video and simulations reorganize perception and unsettle sensory hierarchies. Rather than illustrating futures, Schubert stages entanglements between human and non-human actors, exposing the porous boundaries between nature and culture, organic and synthetic, autonomy and dependency. By confronting animal ethics, transspecies co-becoming, and more-than-human agency, her practice proposes art as a site of experimentation where coexistence is negotiated in real time — not imagined, not represented, but materially enacted.
Her work has been awarded with the Award of Excellence at the Japan Media Arts Festival 2022 (Art Division), a Prix Ars Electronica Honorary Mention (AI & Life Art 2021), a STARTS Prize 2021 Honorary Mention, the NTAA (New Technological Art Award) 2016. She has been awarded with a S+T+ARTS Residency (2019 and 2022) funded by the European Commission and was artist-in-resident at the Group of Applied and Molecular Microbiology at TU Berlin (2018-20).
Felina Levits ist Künstlerin und Kostüm- und Bühnenbildnerin in Hamburg. Sie arbeitet im Spannungsfeld von Kostüm, Textur und Rauminstallation. Ihre Kostüme sind eigenständige künstlerische Arbeiten, in denen Material, Körper und Textur als gleichwertige Denkformen erscheinen. Im Fokus stehen Fragen nach Identität, Schutz und Sichtbarkeit, die sie über feministische Diskurse, Handwerk und Materialforschung untersucht. Seit 2016 ist sie Teil des Performancekollektivs Frauen und Fiktion, welches in recherchebasierten Performances zu Geschlechterrollen und Gleichberechtigung forscht. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Multimedia-Komponisten Alexander Schubert, für dessen Musikperformances sie fiktionale Körperräume entwickelt. Ihre Arbeiten waren u. a. bei den Ruhrfestspielen, am Mallion Theatre Strasbourg, Centre Pompidou, am Jungen Schauspielhaus Hamburg und Kampnagel zu sehen.
Christopher Coenen ist Politikwissenschaftler und arbeitet seit 2003 als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), das zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
gehört. Dort leitet er auch die Forschungsgruppe »Gesundheit und Technisierung des Lebens«. Themen am ITAS sind u.a. Informations- und Kommunikationstechnologien, Neurotechnologien, Transhumanismus, »Human Enhancement« und allgemein die zunehmende Mensch-Technik-Entgrenzung. Neben einer Vielzahl anderer Projekte war er von 2017 bis 2022 Verbundkoordinator des transnationalen Forschungsprojekts FUTUREBODY und hat seit den 2000er Jahren mehrfach den Deutschen Bundestag und das Europäische Parlament zu den genannten Themen beraten. Coenen ist zudem seit 2013 leitender Herausgeber der Zeitschrift »Ethics and Society«
(bis 2025 »NanoEthics: Studies of New and Emerging Technologies«).