WEB Raja Feather Kelly
© Tiffany Hagler-Geard
WEB Raja Feather Kelly
© Tiffany Hagler-Geard
Internationales Sommerfestival 2026
Installation / Performance

Raja Feather Kelly / The Feath3r Theory

Doomers: Operating System XXll

Tickets:

Eintritt frei

Termine

Samstag

15.08.26

15:20

/ Eintritt frei

Samstag

15.08.26

15:40

/ Eintritt frei

Die Arbeit DOOMERS des New Yorker Choreografen Raja Feather Kelly bewegt sich zwischen Performance, Installation und Ausstellung. Ausgangspunkt sind Fragen nach Intimität und Begehren, sozialen Medien, Klimakatastrophe und existenzieller Unsicherheit – und danach, wie diese Themen unsere Körper, Beziehungen und unsere Aufmerksamkeit beeinflussen. Inspiriert von Überlegungen zur zeitgenössischen Zuschauer*innenschaft der britischen Kunsthistorikerin Claire Bishop untersucht DOOMERS, wie sich Aufmerksamkeit im 21. Jahrhundert verändert.

DOOMERS erstreckt sich über die sechs Museen der Kunstmeile Hamburg. Zu jeder Performance gibt es eine 45-85minütige Installation, bei der die Performer*innen in den jeweiligen Ausstellungen als lebende Objekte verstreut sind und flüchtige Skizzen aus den Performances zeigen. Die anschließenden Performances finden jeweils an einem definierten Ort in den Häusern statt (siehe Übersicht), und gehen teilweise wieder in Installationen über.

Jede Performance steht für sich und ist zugleich Teil eines größeren Gefüges. Wer sich zwischen den Häusern bewegt, begegnet Bildern und Bewegungen in immer neuen Zusammenhängen. So entsteht ein Parcours über den flüchtigen Moment des Live-Erlebens, in dem sich die einzelnen Arbeiten gegenseitig kommentieren und schließlich zu einem Ganzen zusammenfügen. Zu den Performance-Stationen gibt es außerdem Tagebucheinträge, die Kellys persönliche Gedankenprozesse widerspiegeln.

TAGEBUCHEINTRAG 14

Ich denke den ganzen Tag über Claire Bishops Idee eines „OS XXI“ nach.

Was mich daran fasziniert, ist, dass sie nicht einfach behauptet, unsere Aufmerksamkeit sei zersplittert oder Technologie habe uns zu schlechteren Zuschauer*innen gemacht. Sie schlägt vielmehr vor, dass wir innerhalb eines neuen Betriebssystems leben – eines mit eigener Logik, eigenen Erwartungen, Gewohnheiten und Möglichkeiten. Das erscheint mir entscheidend.

Ein Betriebssystem ist kein moralisches Versagen. Es ist eine Umgebung. Es prägt unser Verhalten, bevor wir es überhaupt bewusst wahrnehmen.

Ich frage mich ständig, was das für das Theater bedeutet.

Wenn das Publikum nicht mehr mit der Erwartung kommt, seine Aufmerksamkeit ununterbrochen auf einen einzigen Punkt zu richten, dann sollte Performance vielleicht auch nicht länger genau das verlangen. Vielleicht ist das nur Nostalgie, die sich als künstlerische Strenge tarnt.

Vielleicht besteht die Herausforderung nicht darin, eine frühere Form der Zuschauer*innenschaft wiederherzustellen, sondern diejenige zu verstehen, die längst existiert.

Wenn OS XXI das Betriebssystem ist, unter dem heutige Zuschauer*innen leben, dann sollte meine Arbeit vielleicht aufhören, sich dagegen zu wehren – und stattdessen beginnen, dieses Betriebssystem zu choreografieren.

Vielleicht ist genau das die Performance.

Nicht einfach das, was auf der Bühne geschieht.

Sondern die Choreografie zwischen Bühne und Publikum, Erinnerung und Technologie, Emotion und Zeit.

Vielleicht geht es am Ende gar nicht um Aufmerksamkeit.

Vielleicht geht es um Bewusstsein.

Dieser Tagebucheintrag wurde in meiner Stimme von ChatGPT geschrieben.