Ein altes Foto der ehemaligen Fabrikhalle, in der Kampnagel entstanden ist. Es stehen Kräne und große metallene Wannen auf Schienen unter einem schrägen, verglasten Dach.
© Kampnagel
Ein altes Foto der ehemaligen Fabrikhalle, in der Kampnagel entstanden ist. Es stehen Kräne und große metallene Wannen auf Schienen unter einem schrägen, verglasten Dach.
© Kampnagel
Theorie / Netzwerk

Zwangsarbeit und Widerstand

Kick-Off zur Aufarbeitung der Geländegeschichte Kampnagels

Termine

Freitag

10.02.23

18:00 Uhr

kx

ca. 90 Min.

/ Eintritt frei

Seit 40 Jahren steht Kampnagel für zeitgenössische Performance, Tanz und Theater. Bisher wenig durchleuchtet ist die Vergangenheit des Geländes während des Nationalsozialismus: Aus dem Kranhersteller Nagel & Kaemp wurde 1934 die »Kampnagel AG«, von 1939–45 umgenutzt als Rüstungs­betrieb – mit mehr als 1000 Zwangsarbeiter*innen, die in sechs betriebseigenen Lagern untergebracht waren. In betrieblichen Untergrundgruppen organisierte sich Widerstand, und es wurden Sabotageakte verübt. Es ist überfällig, dass sich das Kunstzentrum nun dieser Geschichte annimmt. Mit digitalen Mitteln soll ein innovativer Prototyp für die Auseinandersetzung eines Kulturzentrums mit der eigenen Geländegeschichte als wegweisende, verantwortungsbewusste Erinnerungskultur entwickelt werden. Dieser Prozess wird die kommenden zwei Spielzeiten begleiten – und ist von Anfang an für das Publikum offen. Alle zwei Monate finden Treffen statt, bei denen die aktuellen Wissensstände des Recherche-Teams vorgestellt werden und Raum geschaffen wird für Anregungen, Fragen und Vernetzung. Zum Auftakttreffen, laden Sophia Hussain und Simone Rozalija Thiele ein, sich gemeinsam auf Spurensuche zu begeben.


Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.