

Programmheft September / Oktober
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Saisoneröffnung auf Kampnagel
Liebes Publikum, wir begrüßen Sie im Kampnagel-Herbst! In der Herbst-Metapher stecken Übergang und Wandel, das Bewusstsein über Vergangenheit und Veränderung, und damit die Voraussetzung für Rückblick und Reflexion. Der Herbst bietet also den besten Zeitpunkt, um die kommende ganz besondere Spielzeit einzuläuten, die sich unter dem Motto »Legends of the Avantgarde« mit dem, was war, und dem, was kommt, beschäftigt – künstlerisch wie politisch, und kritisch wie euphorisch. Das umfangreiche Programm der Spielzeiteröffnung (u.a. mit dem phantastischen THE ROMEO von Trajal Harrell und einem performativen Konzert von Candice Breitz auf der großen Bühne!) fächert viele Diskurse und ästhetische Praktiken auf.
Der anstehende Umbau macht sich in unserem Programm etwa mit einer Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums bemerkbar, die sich mit zukunftsfähiger Theaterarchitektur beschäftigt – passend dazu lädt das KULTURFORUM dazu ein, »Das neue Opernhaus« zu diskutieren. Eine neuaufgelegte Reihe von KAMPNAGEL-TOUREN gibt Einblicke in Gelände, Gebäude, Geschichte und Gegenwart von Kampnagel – den Auftakt mache ich selbst am 16. Oktober. Natürlich können Sie sich auch auf sehenswertes Bühnenprogramm freuen: Die Company Mazelfreten bringt mit RAVE LUCID den urbanen Stil des Electro Dance aus den Pariser Clubs auf die große Kampnagel-Bühne: ein einzigartiges Electro-Ballett mit einer hochenergetischen und mitreißenden Choreografie. Beim ATTITUDES-Wochenende ist erneut die Hip Hop und Club Dance-Community zu Gast auf Kampnagel: Performances, Showings, Workshops und Partys laden dazu ein, mehr über Kultur, Geschichte und Praxis der vielfältigen Tanzstile zu erfahren. Aus einer ökologisch-dekolonialen Perspektive verbindet die in Hamburg lebende mexikanische Choreografin Yolanda Morales in THE SUN IS BURNING indigene mythologische Erzählungen mit aktuellen politischen Entwicklungen und der globalen Bedrohung durch die Erwärmung der Erde. Mit ANITO bringt der philippinisch-australische Künstler Justin Talplacido Shoulder eine bildstarke und sinnliche Performance-Beschwörung auf die Bühne, die Ahnenerinnerung und spekulativen Futurismus miteinander verbindet. Und das Hamburg-Berliner Kollektiv Sounding Situations lockt das Publikum in den Stadtraum, um entlang des Textes »To be in a time of war« von Etel Adnan dem vielschichtigen Nebeneinander von alltäglich gelebter Gegenwart und der Resonanz entfernter Kriege nachzuspüren.
Ihre
Amelie Deuflhard