

MÄRCHEN FÜR EINE STADT IM UMBAU
LIGNA LÄDT ZUM AUDIOWALK DURCH ST. GEORG
Hamburg wächst. Quartiere verändern sich, Mieten steigen, Fassaden werden saniert, Plätze aufgewertet. Doch jede Aufwertung hat ihren Preis. Wo Immobilienwerte wachsen, geraten oft diejenigen unter Druck, die den Charakter eines Viertels überhaupt erst geprägt haben. Gentrifizierung ist kein abstrakter Begriff – sie verändert den Alltag, die Nachbarschaft und die Frage, wer sich in einer Stadt noch sichtbar bewegen darf.
Mit ihrem Audiowalk ES WAR EINMAL IN ST. GEORG nimmt das Hamburger Radioballett-Kollektiv LIGNA diese Entwicklungen vom 08.-18. Oktober zum Ausgangspunkt einer poetischen wie politischen Stadtbegehung. Zwischen Bahnhofsviertel, Konsumversprechen und Überwachung erzählt die Gruppe ein anderes Märchen über Hamburg – eines, das hinter die Hochglanzbilder der »schönsten Stadt« blickt und nach den Menschen fragt, die in Erzählungen von Wachstum und Aufwertung allzu oft unsichtbar werden.
Schritt für Schritt führt LIGNA das Publikum durch St. Georg. Vorbei an Orten, an denen »intelligente Videobeobachtung« getestet wird, an defensiver Architektur, die Aufenthalt verhindern soll, und an den Spuren einer Stadtentwicklung, die Aufwertung oft mit Verdrängung verwechselt. Der Audiowalk fragt, wem die Stadt gehört, welche Körper, Sprachen und Lebensweisen im öffentlichen Raum willkommen sind – und welche unsichtbar gemacht werden.
Dabei verweigert LIGNA einfache Antworten. Stattdessen öffnet der Walk einen Raum für kollektive Vorstellungskraft: Was wäre, wenn wir die Stadt nicht länger als fertiges Bild begreifen, sondern als Ort, der von allen gestaltet wird? Ein Märchen, in dem man lernt, mit den Drachen zu fliegen.
LIGNA zählt seit vielen Jahren zu den prägenden freien Performance-Kollektiven Hamburgs. Immer wieder nehmen ihre Arbeiten die Stadt selbst zum Ausgangspunkt: Zuletzt führte DAS WUNDER VON HAMBURG. EINE WALLFAHRT ZUM ELBTOWER UND ZU ANDEREN RUINEN das Publikum in einem fahrenden Theaterbus entlang der Bruchstellen eines geplatzten Immobilienbooms und sezierte die Versprechen grenzenlosen Wachstums. Bereits frühere Arbeiten wie EILAND auf der Außenalster oder die legendären Radioballette machten den öffentlichen Raum zum Schauplatz kollektiver Erfahrung und politischer Auseinandersetzung.
Mit ES WAR EINMAL IN ST. GEORG knüpft LIGNA daran an – und verbindet in ihrer neuesten Arbeit Hörspiel, Choreografie und Stadtspaziergang zu einer performativen Untersuchung über Gentrifizierung, öffentliche Räume und das Recht auf Stadt. Eine Einladung, Hamburg anders zu lesen – und sich die Frage zu stellen, welche Geschichten eine Stadt über sich selbst erzählt. Und welche sie lieber verschweigt.
LIGNA
ES WAR EINMAL IN ST. GEORG
DO 08.10.2026, 19:30 Uhr, Uraufführung
FR 09.10.2026, 19:30 Uhr
SA 10.10.2026, 16:00 Uhr + 19:30 Uhr
SO 11.10.2026, 15:00 Uhr + 18:00 Uhr
DO 15.10.2026, 19:30 Uhr
FR 16.10.2026, 19:30 Uhr
SA 17.10.2026, 16:00 Uhr + 19:30 Uhr
SO 18.10.2026, 15:00 Uhr + 18:00 Uhr
Treffpunkt:
Atelier Formhotel, St. Georgs Kirchhof 3, 20099 Hamburg
(links direkt neben der Dreinigkeitskirche)
Weitere Informationen unter:
https://kampnagel.de/produktionen/kandthecity-ligna-es-war-einmal-in-st-georg
Für Rückmeldungen und Akkreditierungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
