The performer moves around the room with raised arms. Behind them is a curtain with white stripes, on which a man's driver's license photo can be seen.
© Julie Nagel
The performer moves around the room with raised arms. Behind them is a curtain with white stripes, on which a man's driver's license photo can be seen.
Press release

TANZ ALS ZEITZEUG*IN

Jenny Beyers neues Stück feiert Premiere auf Kampnagel

Am 25.03. feiert Jenny Beyer mit ZURÜCK ZU ALI auf Kampnagel Premiere. Vom 25. bis 28.03. kann das Stück auf der k2 Bühne besucht werden. Die Choreographin begibt sich mit einem dokumentarischen Tanzsolo auf die Spuren ihres Großvaters – und macht Erinnerung zu einer dringlichen Frage der Gegenwart.

Biografische Geschichte
Walter »Ali« Beyer wuchs in einem kommunistisch geprägten Arbeitermilieu in Hamburg Barmbek auf und beteiligte sich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am Widerstand. Er wurde inhaftiert, in Konzentrationslager verschleppt und überlebte nur durch die Hilfe von Mithäftlingen.


Körper als Träger von Erzählung
Das Stück verbindet persönliche Erinnerung mit politischer Recherche und geht der Frage nach, welchen Weg eine Familiengeschichte durch den Körper einer Enkelin und Performerin nimmt. Jenny Beyer verknüpft biografische Spurensuche mit der Frage, was die Widerstandgeschichte ihres Großvaters heute für sie – und für unsere Zeit angesichts eines Erstarkens rechter Bewegungen – bedeutet. So wird der Körper zur Erinnerungsfläche und ein Beitrag zur Frage, was von Widerstand bleibt, wenn die Zeitzeug*innen fehlen.

Interviews
Im Probenprozess arbeitet Jenny Beyer eng mit ihrer Mutter Orda als Zeitzeugin zusammen – der Tochter von Ali. Neben Jenny Beyer ist der Kontakt für ein Interview mit Orda Beyer möglich. Auch der Vater ist künstlerisch beteiligt und komponiert die Musik. Gleichzeitig steht dessen eigene Familiengeschichte im Kontrast: Sein Großvater war Nationalsozialist.

Biographie
Jenny Beyer ist Choreographin und Tänzerin mit Arbeits- und Produktionsschwerpunkt in Hamburg. Sie studierte an der Ballettschule des Hamburg Ballett sowie bei Codarts in Rotterdam. Ihre Arbeiten entstehen vorwiegend auf Kampnagel und bei K3 | Tanzplan Hamburg und zeichnen sich durch eine enge Einbindung von Publikum aus – unter anderem durch offene Proben und dialogische Formate, in denen Prozesse von Wahrnehmung, Vermittlung und Teilhabe kontinuierlich befragt werden.

JENNY BEYER
ZURÜCK ZU ALI
25. – 28.03., 20 Uhr
Ort: k2


Pressebilder stehen hier zum Download bereit.

Kontakt für Rückfragen und Akkreditierung:

A woman with long reddish-brown hair and blue-gray eyes looks directly into the camera, wearing a blue sweater.