Blick auf den Avant-Garten des Sommerfestivals.
© Fabian Hammerl
Blick auf den Avant-Garten des Sommerfestivals.
© Fabian Hammerl
Internationales Sommerfestival 2026
Performance / Musik / Bildende Kunst

Festival Avant-Garten

Der Garten aller Gärten hat wieder geöffnet: an allen Festivaltagen ab eine Stunde vor Beginn der ersten Vorstellung. Eintritt frei!

Hamburgs Perle der Kunstsommergärten strahlt wieder und lädt zum Ein- und Abtauchen vor und nach (und für Überforderte auch während) der Vorstellungen ein: Im Gastrotainment Bereich des Peacetanbul-Restaurants gibt es Liebe und Snacks, während im Avant-Garten verteilt kostenlose Performances den niedrigschwelligen Zugang zur Avantgarde ermöglichen. So lädt auf der Waldbühne die diesjährige Diskurs- und Konzertreihe GROWING GROUNDS zu einem hochkarätigen Literatur- und Musikprogramm ein (Nachbarn, don’t worry: unplugged!), und wie immer öffnet fast jeden Abend auch das Migrantpolitan seine Türen mit Alltime-Festival-Favoriten wie dem Soli-Casino und Hools of Fashion. Am Wochenende verwandeln die legendären Kopfhörer Partys der Hamburger Live-Art-Gruppe JAJAJA den Garten in eine Tanzfläche und Underground-Ikone MARTINA PALM fertigt einzigartige Porträtzeichnungen von Besucher*innen an, während in der Vorhalle NAN GOLDINs legendäre »Ballad of Sexual Dependency« gezeigt wird. Gestaltet wird der Avant-Garten vom Hamburger Kunst-Kollektiv Baltic Raw Org, das bereits bei vergangenen Festivals für die Gartengestaltung zuständig war. Im Herbst beginnt dann die Sanierung von Kampnagel mit der »performativen Baustelle«.


Gestaltung des Avant-Gartens

Baltic Raw Org beschäftigt sich bei ISF 2026 mit den Momenten des Übergangs: wenn Vertrautes sich verändert, wenn Gewissheiten ins Wanken geraten und neue Möglichkeiten sichtbar werden. Die Arbeiten schaffen Räume zwischen Erinnerung und Zukunft, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Individuum und Gemeinschaft. Sie laden dazu ein, Wahrnehmung neu auszurichten und das Mögliche jenseits des Erwartbaren zu erkunden. Es entsteht eher ein Feld für Handlungsfähigkeit in Zeiten der Veränderung.

Baltic Raw Org: THE ARK / ARAPOLIS

Begehbare Installation, 3,8 × 12 m, Material: Holz
Kampnagel, Hamburg, 2021, Klimabiennale Wien, 2024; Museum Giersch der
Goethe-Universität, FFM, 2025

THE ARK / ARAPOLIS greift das Motiv der Arche als Bild auf. Aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst, tritt die Arche beim Internationalen Sommerfestival als eigenständige Skulptur in Erscheinung und öffnet den Blick auf die Fragen, die ihr eingeschrieben sind. Durch ihre Reise zwischen Hamburg, Wien und Frankfurt verändert sich ihr Kontext – die Arche wird selbst zum Träger einer fortlaufenden Erzählung.

Baltic Raw Org: Mirroring Us

Installation, 6 m × 2,5 m × 2,5 m, Material: Alu-Dibond-Spiegel, 2026

Entstanden im Kontext des Internationalen Sommerfestivals 2026 auf Kampnagel, markiert die Arbeit eine Übergangsphase vor der anstehenden Sanierung und Neugestaltung des Areals. Eine Phase des Umbruchs. Die gekippten
Spiegelstreifen werfen einen letzten und zugleich fragmentierten Blick auf einen vertrauten Ort. Die Umgebung erscheint als wandelbare Projektion – ein Moment zwischen Abschied, Veränderung und neuer Möglichkeit.

Baltic Raw Org: Verbiege die Wahrscheinlichkeiten / Shift the Probabilities

Text-based Public Art, 7 m × 26 m, 4,5 m × 40 m, Farbe: Acryl, 2026

Die großformatige Asphaltschrift versteht Zukunft als einen offenen Prozess und verschiebt den Blick vom Vorhersehbaren auf das Gestaltbare. Was als wahrscheinlich gilt, ist veränderbar – das Erwartbare kann neu ausgelotet werden. Es ist ein Aufruf, durch individuelles und kollektives Handeln unberechenbar zu werden.

Baltic Raw Org: Fade yourself

Installation, Intervention, 30 m × 4 m
Material: Sicherheitskleidung, Reflexstoff, Holz, 2026

FADE YOURSELF transformiert den urbanen Raum in eine Zone der Tarnung und Privatsphäre. Durch die Reflexion von Licht und Bewegung entsteht ein dynamisches Spiel, das die Erkennbarkeit von Personen vereitelt. Eine Intervention, die Überwachung hinterfragt und Anonymität neu denkt.

Baltic Raw Org: JAJAJA’S GARAGE

Die minimalen Konstruktionen dienen der Künstler*innengruppe JAJAJA als temporäre Shelters für ihre musikalischen Performances. Der Titel verweist ohne Ironie auf das wegweisende Konzeptalbum und die Rockoper „Joe’s Garage“ von Frank Zappa aus dem Jahre 1979.