Katarakt21 Motiv o T quer1 R3
© Anna Bertermann
Katarakt21 Motiv o T quer1 R3
© Anna Bertermann

Klub Katarakt 21: Freitag

OEIN / Peter Kutin / Patrik Lechner / Marta Zapparoli

Tickets:

Tagesticket 18 Euro (erm. 12 Euro); 2-Tages-Ticket: minus 20 %, 3-Tages-Ticket: minus 30 %

Termine

Freitag

22.01.27

18:00

/ Tickets bald erhältlich

Freitag

22.01.27

18:00

18:00

Präsentation OEIN

Freitag

22.01.27

19:00

19:00

spiegel~ Kollektiv: Vluor

Freitag

22.01.27

19:30

19:30

Peter Kutin & Patrik Lechner: ROTOЯ [SONIC BODY]

Freitag

22.01.27

20:30

20:30

OEIN: Contemporary Experimentation

Freitag

22.01.27

22:00

22:00

Marta Zapparoli: Interdimensional Generated Space

Der zweite Tag beginnt mit einer Lecture, in der Mitglieder des OEIN über die Arbeit des Ensembles sprechen. Die Präsentation findet in Kooperation mit dem Verband für aktuelle Musik Hamburg e. V. statt.

Im ersten Konzert präsentiert der Österreicher Peter Kutin gemeinsam mit Patrik Lechner ROTOЯ – SONIC BODY, eine kinetische Audio-Video-Licht-Skulptur in einer furiosen und hypnotischen Live-Performance. Die Skulptur, bestehend aus vier kreisförmig angeordneten Lautsprechern mit Lichtern, rotiert um die eigene Achse. Durch die Beschleunigung werden Zustände erreicht, in denen die Skulptur zu einem Hologramm-artigen Klang-Körper transzendiert und komplexe multimediale Polyrhythmen erzeugt. Durch die hohe Geschwindigkeit ist es nicht mehr möglich, die Bewegung im Detail wahrzunehmen. Stattdessen sausen Linien, Farben, Oberflächen und Klänge an einem vorbei. Bild und Klang ergeben zusammen eine schwindelerregende und irreale Dreidimensionalität, ein Spiel aus Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Wirklichkeit und Virtualität, visueller Abstraktion und akustischem Affekt.
ROTOЯ – SONIC BODY erhielt 2023 den Preis der internationalen Jury beim 27. Videomedeja Festival in Novi Sad.

Im Anschluss spielt das OEIN in seinem zweiten Konzert Werke (latein-)amerikanischer Komponist*innen, die indigene Instrumente und Praktiken nicht als fixierte Traditionen begreifen, sondern als aktive Felder für zeitgenössisches Experimentieren. Die Partitur selbst wird zum Thema der Untersuchung. In den Werken von Tania Rubio (Argentinien), Raven Chacon (USA), Matías Rosales (Chile) und Carlos Gutiérrez (Bolivien) wird konventionelle Notation aufgegeben, erweitert oder mit anderen Repräsentationssystemen konfrontiert: Feldaufnahmen und instrumentale Kartografierung, die sich aus ökologischer Forschung ableiten; grafische Zeichen, deren Interpretation Annahmen über indigene Identität offenlegt; polygonale und kreisförmige Strukturen, die in Rhythmus und Gestik übersetzt werden; und Netzwerke aus Panflötenklängen, die sich aus der Idee der Aymara einer ch’ipa ergeben, einer verknüpften Struktur, die durch Spannung und Abhängigkeit zusammengehalten wird.

Was die sehr unterschiedlichen Werke verbindet, ist nicht die Vorstellung einer ‚indigenen Musik‘, sondern die Frage, wie Musik organisiert und vermittelt werden kann: wie ein Klang Teil eines Kollektivs wird, wie Wissen die Form die Form eines Diagramms, einer Landschaft, eines Symbols, einer Geste oder eines verschränkten Rhythmus annimmt, und wie sich das Hören ändert, wenn diese Beziehungen hörbar gemacht werden.

Im Nachtkonzert tritt die Italienerin Marta Zapparoli auf. Sie erforscht die Schnittstellen zwischen Physik, Technologie und der unsichtbaren natürlichen und technologischen Umwelt. Sie benutzt teils selbst gebaute Antennen, Radioempfänger, Sensoren und analoge Technologie für ortsspezifische Installationen, Performances und Kompositionen. Bei klub katarakt wird sie ihre Arbeit Interdimensional Generated Space vorstellen, eine audiovisuelle Interpretation von Nordlichtern. Dabei verbindet Zapparoli natürliche Radiophänomene, die sie in Norwegen aufgenommen hat, mit elektromagnetischen Wellen, Lichtprojektionen und hochfrequenten Signalen. Das Stück ist ein klanglicher Dialog zwischen natürlichen und technologischen Welten und eine Reflektion über das Verhältnis der Menschheit zur Natur im anthropogenen Zeitalter, in dem Technologie oft die Wunder der natürlichen Welt imitiert.