





Prof. Dr. Fahim Amir
Burning with words
Kriege verändern nicht nur Städte, sondern auch Berge, Gewässer und Atmosphären. Mit Fokus auf Afghanistan öffnet Prof. Dr. Fahim Amir einen Denkraum, in dem ökologische und politische Fragen neu in den Blick genommen werden. Der international gefeierte Philosoph Fahim Amir, bekannt für sein wildes Denken und seine explosiven Vorträge, entwickelt gemeinsam mit seinen Gästen ein Format zwischen Vortrag, Gespräch und kollektivem Denken. Fauna, Flora und Landschaften sind Archive. Sie speichern Eingriffe, Verschiebungen und Gewalt, die oft unsichtbar bleiben und dennoch fortwirken. BURNING WITH WORDS lädt dazu ein, die Dynamiken zwischen Ursache und Auswirkung heiß zu diskutieren. Kriege sind nicht ferne Katastrophen, sondern Teil globaler und planetarischer Zusammenhänge, in die wir alle eingebunden sind. Ein Raum zum Zuhören und Mitdenken.
Am 11. und 13.06. zu Gast: Shah Mahmoud Hanifi
Shah Mahmoud Hanifi ist ein afghanisch-amerikanischer Historiker, Autor und Professor für Geschichte an der James Madison University (USA). Er gilt als führender Experte für die Kolonialgeschichte, politische Ökonomie, Landeskunde und Umweltgeschichte Afghanistans.
Zu seinen bekanntesten akademischen Werken zählen:
- Connecting Histories in Afghanistan: Market Relations and State Formation on a Colonial Frontier (2008) – Eine wegweisende Studie über die wirtschaftlichen und kolonialen Entwicklungen Afghanistans im 19. Jahrhundert.
- Herausgeberschaft von Mountstuart Elphinstone in South Asia (2022) – Eine kritische Beleuchtung des kolonialen Erbes und der Wissensproduktion über Afghanistan.
Biografische und weiterführende Informationen:
- Er hat Wurzeln in Afghanistan, wuchs jedoch in den USA auf, wo er an der University of Wisconsin-Madison und der University of Michigan studierte. [1, 2]
- Seine Forschungsarbeiten umfassen neben traditioneller Geschichtsschreibung auch Themen wie die paschtunische Sprache, Fotografie, Kartografie sowie Tiere und Wasserressourcen in der Region.
Am 12.06. zu Gast: Moshtari Hilal
Moshtari Hilal ist eine renommierte afghanisch-deutsche Künstlerin, Autorin und Kuratorin. Sie wurde 1993 in Kabul geboren. Ihre Familie floh nach Deutschland, wo sie heute in Hamburg und Berlin lebt und arbeitet. In ihren interdisziplinären Arbeiten setzt sie sich kritisch mit eurozentrischen Schönheitsidealen, kolonialen Klassifizierungssystemen und den vielschichtigen Ebenen kollektiver und persönlicher Identität auseinander.
- Hässlichkeit: Ihr vielbeachtetes Debüt erschien 2023 im Hanser Verlag und wurde 2025 ins Englische übersetzt. Das genreübergreifende Sachbuch verbindet Memoir, Essay, Lyrik und analoge Zeichnungen. Hilal hinterfragt darin, wie Gesellschaften bestimmen, was als „hässlich“ gilt, und wie Schönheit als Macht- und Ausschlussinstrument genutzt wird. Das Werk wurde mit dem Hamburger Literaturpreis ausgezeichnet.
- Hierarchien der Solidarität (2024): Ein kollaboratives Buch mit dem politischen Geographen Sinthujan Varatharajah, das die politischen Mechanismen und Grenzen öffentlicher Empathie untersucht.
- Englisch in Berlin – Ausschlüsse in einer kosmopolitischen Gesellschaft (2022): Eine weitere gemeinsame Publikation mit Sinthujan Varatharajah über Sprachbarrieren und gesellschaftliche Marginalisierungen.
- Kollektive Arbeit: Sie ist Mitbegründerin des Netzwerks Afghan Visual Arts and History (AVAH) und forscht aktiv im Rahmen des kuratorischen Projekts Curating Through Conflict with Care.
- Internationale Reichweite: Ihre Kunstwerke und kuratierten Projekte wurden weltweit in bedeutenden Institutionen gezeigt, darunter in den Deichtorhallen in Hamburg sowie in Galerien in Berlin, Paris, Chicago und Kabul.




