Johann Friedrich Bubendey Der Hafen von Hamburg Hamburg 1912 Lithografie Fragment Staats und Universitätsbibliothek Hamburg Public Domain Mark 1 0 Universal
© Johann Friedrich Bubendey
Johann Friedrich Bubendey Der Hafen von Hamburg Hamburg 1912 Lithografie Fragment Staats und Universitätsbibliothek Hamburg Public Domain Mark 1 0 Universal
© Johann Friedrich Bubendey

Liz Rech / Camissa Create

(NOT A) COMMON GROUND / IF THE BONES COULD SPEAK

Tickets:

12-22 Euro, besondere Ticketkontingente für BIPoC-Communitys

Info

Treffpunkt: 
Baakenhafen
Versmannstraße 44
20457 Hamburg

Eine kostenlose Kinderbetreuung wird Samstag und Sonntag für die Dauer der Performance angeboten. 

Trigger: Das Projekt thematisiert rassistische und genozidale Gewalt.

Termine

Donnerstag

13.08.26

19:00

Freitag

14.08.26

19:00

Samstag

15.08.26

17:00

/ Restkarten ggf. an der Abendkasse

Sonntag

16.08.26

16:00

/ Restkarten ggf. an der Abendkasse

Sonntag

16.08.26

20:00

/ Eintritt frei

Der ortsspezifische performative Walk (NOT A) COMMON GROUND/ IF THE BONES COULD SPEAK setzt sich mit dem Hamburger Baakenhafen als wichtigem postkolonialem Gedenkort auseinander. Widersprüchliche kollektive Erinnerungen werden wechselseitig geteilt und kommentieren sich gegenseitig. (Teil-)Reenactments, Installationen und performative Interventionen machen die Kolonialgeschichte sichtbar und bilden ein performatives Gegen-Denkmal, das unterschiedliche Perspektiven auf diesen Erinnerungsort eröffnet. Ein besonderer Fokus dabei liegt auf der politischen Inszenierung, die die Verabschiedung der sogenannten „Schutztruppen“ am Baakenhafen begleitete, die kurz später unter dem Kommando von Lothar von Trotha im heutigen Namibia (damals „Deutsch-Südwestafrika“) einen Genozid an den Volksgruppen der Herero und Nama verübten.

Im Rahmen einer gemeinsamen künstlerischen Recherche kooperieren Liz Rech und (NOT A) COMMON GROUND mit dem multidisziplinären Performance-Projekt IF THE BONES COULD SPEAK (unter der Leitung von Luke De Kock), einer südafrikanisch-namibischen Koproduktion von Camissa Create. IF THE BONES COULD SPEAK folgt der Spur der human remains, die während der deutschen Kolonialzeit und der darauffolgenden Apartheid aus dem südlichen Afrika verschleppt wurden und von denen viele noch immer in europäischen und südafrikanischen Institutionen aufbewahrt werden. Durch Performance und Klanginstallation sowie die Verbindung von historischer Forschung, oral history und dem Austausch mit betroffenen Communities hinterfragt das Projekt hegemoniale Narrative der Restitution und rückt die Perspektiven der betroffenen Gemeinschaften ins Zentrum.

(NOT A) COMMON GROUND / IF THE BONES COULD SPEAK lädt dazu ein, sich neue Formen der transnationalen Aufarbeitung vorzustellen. Verschiedene Orte am Baakenhafen werden im Rahmen eines gemeinsamen performativen Walks mit dem Publikum abgelaufen. Das Projekt überführt beunruhigendes Erbe und persönliche Geschichten in das öffentliche Gedächtnis der Stadt und eröffnet so einen Raum der unbehaglichen Gemeinsamkeit/en.

Content Notes

  • Reproduktion und kritische Bearbeitung kolonialer Inhalte (wie z.B. binäre Geschlechterrollen, Zitate, Körperhaltung, u.v.a.)
  • Rassismus
  • Völkermord
  • Sklaverei
  • Nationalismus
  • (Lokal)Patriotismus
  • Militarismus
  • menschliche Knochen und ancestral remains

Sensorische Reize

  • Rauch
  • Feuer
  • echtes Pferd

Akustische Reize

  • Erhöhte Lautstärke durch den Einsatz von Horninstrumenten
  • Klassismus

Code of Conduct 

Das Team der Performance tritt dafür ein, dass der Baakenhafen als temporärer Performanceraum ein maximal möglicher diskriminierungsfreier, sicherer und gewaltfreier Ort ist, an dem alle einen fairen, wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander pflegen.

Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verantwortung, Räume zu schaffen, die für alle zugänglich und möglichst sicher sind.  Dies ist kein Zusatz, sondern zentraler Bestandteil unserer Arbeit als künstlerisches Projekt in unserer Zeit.

Wir zeigen klare Haltung gegen jegliche Form von:

  • Queer- und trans*feindlichkeit
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Klassismus
  • Ableismus
  • Sexismus
  • Bodyismus
  • u.v.a.

und darin alle sich gegenseitig verstärkenden Formen von Diskriminierungen und Ausschlüssen. 

Note: 
Die Aufzählung ist beispielhaft und die Reihenfolge entspricht keiner Hierarchie. Vielmehr sind die einzelnen Beispiele als miteinander verschränkt und intersektional zu verstehen.

Anarchivistische Praktiken am 16.8. um 20:00 im MARKK

Werkstattgespräch mit Annelize Kotze, Kuratorin für Sozialgeschichte, Lucy Campbell, Sozialwissenschaftlerin und Kulturerbe-Aktivistin, Glen Arendse, Künstler, und weiteren Gästen.

Moderation: Dr. Memory Biwa

Das Werkstattgespräch behandelt die widerständigen Archivpraktiken im Kontext von aktuellen Restitutionsdebatten. Wie können hegemoniale Narrative der Restitution befragt und die Perspektiven der betroffenen Gemeinschaften ins Zentrum gerückt werden? Dabei geht es nicht nur darum, die Narben anzuerkennen, die der Kolonialismus hinterlassen hat, sondern auch um einen zeitgemäßen Umgang mit Rückgabeforderungen, die Objekte und ancestrial remains in europäischen Sammlungen betreffen. Der Begriff „Anarchivist“ ist dabei eine Wortschöpfung aus Anarchie und Archivar. Im englischsprachigen Diskurs über dekoloniale Arbeit mit Sammlungen und Archiven regt er eine progressivere Auseinandersetzung mit „dem Archiv“ und der archivierenden Praxis an.

Das Gespräch findet auf Englisch statt.


BETEILIGTE KÜNSTLER*INNEN Celina Abba, Ariane Andereggen, Glen Arendse, Memory Biwa, Cabañero, Lucy Campbell, Daniel Dominguez Teruel, Nikola Duric, Fahnenschwinger Konstanz e.V. (Svenja Freimoser, Alexandra Mennel), Ted Gaier, Heinrich Horwitz, Janis Jirotka, Luke De Kock, Kajan Luc, Robert Machiri, Trixie Munyama, Jameela Mupia, David Odiase, Haymich Olivier, Shield and Shine Special Forces, Liz Rech, Till Wolfer u.a. MUSIKALISCHE/AKUSTISCHE INSZENIERUNGSSTRATEGIEN Daniel Dominguez Teruel KÜNSTLERISCHE RECHERCHE Janis Jirotka PROJEKTLEITUNG Anne Mager / Raé Classen PROJEKTASSISTENZ Rbqa Renz REGIEASSISTENZ Linda Lou Dierich-Matzke HOSPITANZ Eva Rost TECHNISCHE LEITUNG Felix Jung TECHNISCHE ASSISTENZ Felipe González Castillón HORSEWORK Lene Husch, Abraxah AUSSTATTUNG/STYLING Fridericke Becker AUSSTATTUNGSASSISTENZ Jan Almstadt REDAKTION UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Immaculata Hiền Thơ Nguyễn GRAFIK Nelson Kinalele, Franziska Bergner FOTOGRAFIE Maischa Souaga VIDEOGRAFIE Peter Ott COMMUNITY OUTREACH Jameela Mupia AWARENESS UND DISKRIMINIERUNGSKRITIK Saman A. Sarabi OUTSIDE EYE FÜR PRODUKTION / ACCESS-KOORDINATION Zwoisy Mears-Clarke BERATUNG ZUR BARRIEREFREIHEIT Kerstin Hagemann, KulturPerlen.hamburg

Das Projekt ist Teil der Programmreihe Gegen-Denkmäler der Stadtkuratorin Hamburg und findet in Kooperation mit dem Internationalen Sommerfestival Kampnagel, der Baakenhafen-AG, dem MARKK Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt und dem Hamburger Architektursommer statt.

Mit freundlicher Unterstützung der Probebühne im Gängeviertel, von Quarterpipe und betahaus-HafenCity.

Das Projekt ist gefördert durch den Hamburger Elbkulturfonds, den Fonds Darstellende Künste und die Loki Schmidt Stiftung.