Workshop

Workshop: Künstlerische Audiodeskription für Tanz

Der Workshop ist für die Teilnahme an beiden Tagen konzipiert.

Tickets:

Eintritt frei mit Anmeldung

Vergangene Termine

Archiv

Samstag

06.04.24

11:00

Archiv

Sonntag

07.04.24

11:00

Auf Kampnagel finden regelmäßig unterschiedlichste Vorstellungen mit Audiodeskription statt. Kreative Audiodeskriptionen haben nicht nur den Anspruch zu »berichten«, was auf der Bühne passiert. Sie möchten mit vielfältigen sprachlichen Beschreibungen eine spannende künstlerische Erfahrung für das blinde und sehbehinderte Publikum anbieten. Diese Beschreibungen verbinden sich mit der eigenen Wahrnehmung von Performer*innen auf der Bühne, von Kostümen, von Musik usw.. Zwei Workshops im April 2024 laden blinde und sehbehinderte Künstler*innen und Publikumsmitglieder, sowie Tanzschaffende jeglichen Sehvermögens ein, die Erstellung künstlerischer Audiodeskriptionen für Tanz selbst auszuprobieren.

Wichtig ist uns auch in der Audiobeschreibung eine diversitätssensible Praxis. Die Beschreibungen unserer Wahrnehmungen können zahlreiche Stereotypisierungen, wie z.B. Rassismus, Ableismus, Heteronormativität, Klassismus reproduzieren. Gerade wenn es um Audiobeschreibung in künstlerischen Arbeiten von BIPoC Künstler*innen, oder Arbeiten mit BIPoC Performer*innen auf der Bühne geht, besteht die Gefahr der Reproduktion weißer Wahrnehmungsmuster. In Hamburg möchten wir perspektivisch mehr BIPoC Audiobeschreiber*innen qualifizieren. Deshalb freuen wir uns insbesondere über Anmeldungen von Menschen, die sich als BIPoC identifizieren.

Mehr Infos zu Barrierefreiheit hier.

Der Workshop findet in zwei Gruppen statt. Beide Gruppen treffen sich parallel in separaten Tanzstudios. Am zweiten Tag ist Zeit zum gegenseitigen Austausch eingeplant.

Gruppe 1:

Die Workshopgruppe Nr. 1 wird von Fia Neises und Zwoisy Mears-Clarke geleitet. Die Inhalte richten sich spezifisch an blinde und sehbehinderte Personen, die sich für die Erstellung künstlerischer Audiodeskriptionen interessieren. Sie können selbst bereits künstlerisch tätig, oder Publikumsmitglieder sein.

In dem Workshop geht es darum sich mit Audiodeskription vertraut zu machen und dabei der eigenen Kreativität Raum zu geben. Außerdem wollen wir gemeinsam dramaturgische Methoden entwickeln, die Tanzproduktionen für ein blindes und sehbehindertes Publikum grandios werden lassen. Die Dramaturgie ist die Struktur des Stückes und Dramaturg*innen sind Menschen, die dabei unterstützen den Spannungsbogen zu gestalten.

Gruppe 2:

Die zweite Workshopgruppe wird von Naomi Sanfo-Ansorge und Ursina Tossi geleitet. Zu dieser Gruppe können sich Tanzschaffende jeglichen Sehvermögens anmelden, die sich für die Erstellung künstlerischer Audiodeskriptionen für Tanz interessieren.

Ursina und Naomi geben eine Einführung in die Erarbeitung und Setzung künstlerischer Audiodeskriptionen (AD) für Tanz und erproben in einer bewegten Atmosphäre verschiedene Ansätze von Beschreibungen und deren unterschiedliche Sprech-Modi. Sie stellen ihre Arbeit im Setting als AD - Dramaturgie – Team vor und gehen dabei auf sensibilisierte Arbeitsweisen und persönliche Involviertheiten im Prozess ein.

Infos zu Pausen, Kosten und Anmeldung:

An beiden Workshoptagen wird es nach Bedarf mehrere kleine Pausen sowie eine größere Mittagspause geben. Die Länge der Pausen richten sich nach dem Bedarf der Workshopteilnehmenden und Assistenzhunden.

Eintritt frei mit Anmeldung. Die Kosten für das Mittagessen werden von Kampnagel übernommen. Das Restaurant Peacetanbul mit vegetarischen/veganen Optionen befindet sich auf dem Theatergelände. Die Kosten für Getränke, Fahrten oder Übernachtungen können leider nicht übernommen werden. Wir empfehlen bequeme Kleidung und Trinkflaschen mitzubringen

Zur Anmeldung schicken Sie bitte bis spätestens 31.03.2024 eine Email an barrierefreiheit@kampnagel.de und geben Sie folgende Infos an:

  • Name
  • Zu welchem Workshop möchten Sie sich anmelden?
  • Warum interessieren Sie sich für diesen Workshop? (maximal 3 Sätze)
  • Wie können wir Sie am besten erreichen (Email/Telefon)?
  • Benötigen Sie einen Abholservice und Begleitung während der Workshoptage?
  • Kommen Sie mit einem Assistenzhund?
  • Haben Sie Lebensmittelunverträglichkeiten?

Für jeden Workshop gibt es maximal 12 Plätze. Bei zu vielen Anmeldungen haben blinde und sehbehinderte Personen sowie Schwarze Personen*, Indigene Personen und Personen of Color Vorrang.

Workshop-Leiter*innen Gruppe 1:

Fia/Sophia Neises (sie/ihr) ist freischaffende, weiße, queere und sehbehinderte Performerin, Dramaturgin, Theaterpädagogin und Aktivistin für die Rechte behinderter Menschen. Sie arbeitet inklusiv als Choreografin und Tänzerin für Stücke und immer wieder auch als Dramaturgin für sehbehindertes und blindes Publikum. Zwoisy Mears-Clarke ist freischaffende*r schwarze*r Choreograf*in und Community Organizer ohne Behinderung. Zwoisy entwickelt mit einem intersektionalen Ansatz seit Beginn von Zwoisys Karriere Tanzproduktionen für ein Publikum von sehbehinderten, blinden und sehenden Menschen.
Fia Neises & Zwoisy Mears-Clarke arbeiten seit 2016 zusammen. Ihr Wissen und ihre Erfahrung möchten sie nun mit Tanzkünstler*innen und Mitgliedern der sehbehinderten und blinden Community teilen und gemeinsam mit ihnen weiter forschen.

Workshop-Leiter*innen Gruppe 2:

Naomi Sanfo-Ansorge ist freischaffende Performerin, Tanzpädagogin, Audiobeschreiberin und AD-Dramaturgin für Tanz und Musiktheater. Sie tanzt seit Februar 2022 in der Tanzcompany Chorosom. Naomi hat den Bachelor of Arts in Lehramt Sonderpädagogik an der Uni Hamburg und ihre Ausbildung zur Lehrerin für Tanz 2019 an der Erika Klütz Schule Hamburg abgeschlossen. Als sehbehinderte Tanzschaffende verbindet Naomi ihre Arbeit mit ihrer persönlichen Wahrnehmung und den unterschiedlichen Perspektiven sehbeeinträchtigten Publikums und versteht dabei Mittel der Zugänglichkeit als künstlerische Inspiration. URSina Tossi ist freischaffende Künstler*in, Choreograf*in, Tänzer*in, Audiobeschreiber*in, Queerfeminist*in, Mutter von 3, Dozent*in und Künstlerische Forscher*in. Den Master of Choreography absolvierte sie am ArtEZ in Arnhem/Niederlande. Ihre Tanzproduktionen verbinden politische Diskurse mit intensiver Körperlichkeit, ihre Ästhetiken sind inspiriert von Popkultur, Science Fiction, Graphic Novel, dem Horror-Genre und entwerfen Konzepte von Körper, Spezies, Gender und Beziehung neu, queer und politisch. Aesthetics of Access und integrierte Audiodeskription / AUDIO-FABULATION sind seit 2019 Teil der Arbeit.